Vortrag heute um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek Einblicke in Kämpfe für mehr soziale Rechte

Mönchengladbach · Die Stadtbibliothek Mönchengladbach lädt am heutigen Dienstag, 17. März, um 19.30 Uhr zu einem Vortrag und anschließendem Gespräch mit Nihat Öztürk in den WandelSaal der Zentralbibliothek Carl Brandts Haus ein.

Nihat Öztürk

Foto: IG Metall Düsseldorf-Neuss

Soziale Rechte wurden selten geschenkt – sie wurden erkämpft. Besonders migrantische Arbeitskämpfe sind ein oft verdrängter Teil der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte, obwohl sie Wirtschaft, Gewerkschaften und politische Debatten nachhaltig geprägt haben.

Die Stadtbibliothek Mönchengladbach lädt am Dienstag, 17. März, um 19.30 Uhr zu Vortrag und Gespräch mit Nihat Öztürk in den WandelSaal der Zentralbibliothek Carl Brandts Haus ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Ausgangspunkt des Abends ist der 2025 erschienene Sammelband „Der Streik hat mir geholfen, als junger Mensch Kraft zu entwickeln“, der migrantische Kämpfe gegen Ausbeutung und Rassismus dokumentiert. Der Band versammelt Beiträge, Interviews und Materialien zu Arbeitskämpfen, die lange als „Störfälle“ galten – etwa die Streiks bei Pierburg in Neuss oder bei Ford in Köln Anfang der 1970er Jahre, getragen von migrantischen Arbeiterinnen und Arbeitern.

Nihat Öztürk verbindet diese Geschichte mit eigenen Erfahrungen. Geboren in Antakya (Türkei), arbeitete er zunächst als Gießereiarbeiter und Elektroschweißer, bevor er Soziologie und Sozialökonomie studierte. Viele Jahre war er als Gewerkschaftssekretär und Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf tätig, später im Ressort Migration und Teilhabe beim IG-Metall-Vorstand. Seit Jahrzehnten setzt er sich kritisch mit Migration, Arbeitskämpfen und gewerkschaftlicher Migrationspolitik auseinander.

Der Abend macht sichtbar, wie eng Fragen von Arbeit, Migration und demokratischer Teilhabe miteinander verbunden sind – damals wie heute. Er zeigt, warum migrantische Perspektiven kein Randthema, sondern Teil der demokratischen Grundgeschichte der Bundesrepublik sind.

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