Verein Seelenhunde in Not kämpft für ein Hunde-Shelter in Rumänien Herz verloren an Straßenhunde

Korschenbroich/Campulung · Seit gut einem Jahr kämpft der kleine Korschenbroicher Verein Seelenhunde in Not e.V. für Straßenhunde im rumänischen Campulung. Mit einer Handvoll Leuten erhält er das dortige Tierheim. Was gebraucht wird? Eigentlich alles von Pflegestellen über Sponsoren bis zu Helfern und einer Location für ein Benefizkonzert.

Vorsitzende Sarah Schüller (links) und Stellvertreterin Christine Niehsen mit Raven, B.A. und Watson.

Foto: RBAV/Ulrike Mooz

Wer bei den Schüllers in Korschenbroich klingelt, muss sich auf drei neugierige Fellnasen einstellen – nicht aufdringlich, aber interessiert. Hündin Raven war die Nummer eins und ist eher zufällig bei Sarah und Michael Schüller hängen geblieben, die damals noch Katzenbesitzer und Fernreisende waren. B.A. und Watson sind später dazugekommen, da hatten die Schüllers längst ihr Herz an rumänische Straßenhunde verloren und waren in ihrem Leben komplett „auf den Hund gekommen“. „Jeder von denen ist eine Wundertüte. Man weiß nie so ganz genau, was man bekommt“, sagt Sarah Schüller, die mit ihrem Ehemann den Verein Seelenhunde in Not e.V. gegründet hat und mit Freundin Christine Niehsen, ein paar Hunde-Paten und einer Handvoll Helfer Tag für Tag darum kämpft, dass das Tierheim in Campulung (Arges) weiter bestehen kann.

Die unglaubliche Zahl von 563 Straßenhunden wird dort von drei Angestellten und in Kooperation mit dem Partnerverein Asociatia ANIMA vor Ort versorgt.

Auf das Thema rumänische Straßenhunde war Sarah Schüller über Facebook gekommen und einem Verein beigetreten, der heute nicht mehr existiert. „Einige Paten und Spender sind von dort mit zu den Seelenhunden gekommen“, sagt sie, zum Glück. Denn die Gehälter der drei Angestellten und das Futter seien am wichtigsten und natürlich der Tierarzt.

Die tatsächlichen Gesamtkosten sind aber weit höher: Grundstücksteuer, Transporter, Fäkalienentsorgung, Kosten für Kastrationen vor Ort, Zäune, Reparaturen, Hundehütten ... die Liste ist lang. Am Anfang habe es einen Vertrag mit der Stadt Campulung gegeben, die Strom und Wasser bezahlt habe, im Gegenzug sollte der Verein die Straßen von Hunden „sauber“ halten. „Das Shelter ist inzwischen übervoll, wir können keine Hunde mehr aufnehmen“, sagt Vereinsvorsitzende Sarah Schüller. Deshalb habe die Stadt ihre Hilfe eingestellt.

Bei einer Fahrt nach Campulung war Christine Niehsen im vergangenen Jahr erstmals mit. „Das sind Bilder, die man nie wieder vergisst“, sagt sie. Und man könne gar nicht anders, als nach Hause zu fahren und weiter zu kämpfen.

Der Verein, der ursprünglich rumänische Straßenhunde nur vermitteln wollte, ist inzwischen fast ständig mit der Beschaffung von Mitteln beschäftigt. „Letztes Jahr haben wir ein neues Auto besorgt. Die Mitarbeiter wollten ihren Augen nicht trauen, als wir damit ankamen“, so Schüller. In den letzten sechs Monaten seien 26 Hunde vermittelt worden. „Viel weniger, als wir eigentlich geplant hatten“, sagt Christine Niehsen. Auch Mitglieder hat der Verein noch keine, weil niemand dazu gekommen ist, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Immer neue Ideen kommen von Engagierten, die helfen möchten. So näht zum Beispiel eine Gruppe Frauen Dinkelkissen und verkauft sie und Michael Schüller, Kassenwart des Vereins und Mitglied einer Band, würde gerne im Rahmen des Bandnetzwerks „Rock for dogs“ ein Bandfestival organisieren. Doch, die Locations in der Region seien alle für den Verein unbezahlbar, sagt er.

Was sich der kleine Verein wünschen würde? Feste Sponsoren für mehr Planungssicherheit, Spenden, Menschen, die Patenschaften übernehmen, in Notsituationen auch mal ein vorübergehendes Plätzchen im hiesigen Tierheim, Pflegestellen bei tierlieben Menschen, Helfer, die mit anpacken und eine günstige Location für ein Benefizkonzert.