IHK-Veranstaltung zur Olympia-Frage 70 Prozent Ja-Stimmen wären ein starkes Signal

Mönchengladbach · Berlin, München, Hamburg oder Köln/Rhein-Ruhr? Wer macht das Rennen um die deutsche Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044? Und vor allem: Welche wirtschaftlichen Effekte sind für den Standort Mittlerer Niederrhein zu erwarten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Olympische/Paralympische Spiele – Impulsgeber für Wertschöpfung“ zu der die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein im Vorfeld der Bürgerentscheide in Krefeld und Mönchengladbach zur Bewerbung am 19. April eingeladen hatte.

Warben für die Olympia-Bewerbung Köln/Rhein-Ruhr (v.l.): OB Felix Heinrichs, Michael Hilgers, Geschäftsführer der HockeyPark Betriebs GmbH & Co. KG, Peer Steinbrück, Vertreter der Olympiabewerbung Köln/Rhein-Ruhr, und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Foto: IHK

Rund 120 Teilnehmer waren der Einladung in die Krefelder Yayla Arena gefolgt. Beim Begrüßungs-Talk verwies IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz auf eine aktuelle IHK-Umfrage: „Wir haben rund 700 Unternehmen befragt. Mehr als 80 Prozent erwarten für die Region und für ihren Betrieb positive Effekte von Olympischen und Paralympischen Spielen.“ Dazu gehören insbesondere die Bauindustrie, die Gastronomie und Hotellerie sowie der Einzelhandel. „Olympische Spiele sind ein Zukunftsprojekt für die Region insgesamt – wirtschaftlich, infrastrukturell, aber auch emotional“, betonte Steinmetz.

Worauf es ankommt, dass aus einem sportlichen Großereignis ein nachhaltiges Projekt für alle Bürger wird, erläuterte Professor Dr. Holger Preuß, Professor für Sportökonomie und Sportsoziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz: Die größten Sorgen der Menschen seien unkontrollierbare Kosten, nicht nachhaltige Investitionen und ökologische Belastungen. Mit Blick auf die Bewerbung der Region Köln/Rhein-Ruhr versicherte der Ökonom, dass die derzeit geplanten Kosten gedeckt seien. Preuß verwies auf das hervorragende Angebot vorhandener Sportstätten in NRW. „Ein Leichtathletikstadion, ein Velodrom und das olympische Dorf müssten gebaut werden – für alle drei sind sinnvolle Nachnutzungen vorgesehen“, so Preuß. Für die Wirtschaft an Rhein und Ruhr würden die Spiele einen wirtschaftlichen Impuls in einer Größenordnung von 5 Milliarden Euro bedeuten.

Niklas Börger, Projektleiter der Olympiabewerbung bei der Staatskanzlei NRW: „Wir können enorm große Stadien und Hallen für sehr viel Publikum bieten. Vieles ist bereits vorhanden und muss nicht erst gebaut werden.“

In einer Podiumsdiskussion verwies Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs auf die positiven Impulse für seine Stadt, die als Austragungsort für Hockey vorgesehen ist. „Eine erfolgreiche Olympiabewerbung wird vielen Infrastrukturprojekten neuen Schub geben. Vielleicht können wir so auch noch einmal die Verkehrsanbindung des Nordparks verbessern.“ Michael Hilgers, Geschäftsführer der HockeyPark Betriebs GmbH & Co. KG, verwies auf die Effekte, die über das Wirtschaftliche hinausgehen: „Nicht nur sportlich und ökonomisch, sondern auch kulturell wird die gesamte Region von den Spielen profitieren. Die Aussicht auf ein solches Event motiviert enorm und setzt Kreativität frei.“

Der ehemalige Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Peer Steinbrück, nahm als Vertreter der Köln/Rhein-Ruhr-Olympiabewerbung an der Veranstaltung teil. „Deutschland kann sich der Welt gegenüber in bester Weise präsentieren“, so Steinbrück. „Die Stimmungslage in unserem Land ist derzeit nicht gerade von Selbstbewusstsein geprägt. Ein solches Großereignis motiviert und sorgt dafür, dass Projekte mit Optimismus vorangetrieben werden.“ NRW sei der ideale Austragungsort für die Spiele. „Damit wir den Zuschlag erhalten, muss die Akzeptanz in der Bevölkerung da sein“, sagte der ehemalige Ministerpräsident und appelliert: „Wir sollten 70 Prozent Ja-Stimmen anpeilen. Das wäre ein starkes Signal.“