Die Bürgerinitiative „Eiserner Rhein 2.0 – Wegberg lebenswert erhalten“ intensiviert ihre Maßnahmen gegen den geplanten Ausbau der Bahnstrecke zwischen Mönchengladbach und Dalheim.
Im Vorfeld hat die Bürgerinitiative den Bürgermeister und die zu einem solchen Gespräch bereiten Fraktionen des Stadtrates einzeln umfassend über den aktuellen Stand der Planungen, die im Hintergrund agierenden Player aus Wirtschaft und Politik sowie die aus ihrer Sicht bestehenden Risiken für Menschen und Umwelt informiert.
Darauf aufbauend beantragt sie mit einem Bürgerantrag nach Paragraf 24 Gemeindeordnung an den Rat der Stadt Wegberg, den früheren Beschluss zum Ausbau vom 11. Februar 2025 zurückzunehmen und sich auf die von der BI formulierten Ziele auszurichten.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen die geplante Zweigleisigkeit, eine Elektrifizierung sowie eine mögliche Verlängerung Richtung Roermond. Die Initiative warnt vor erheblichen Belastungen für Anwohner und Natur – insbesondere durch eine mögliche spätere Nutzung der Strecke „durch die Hintertür“ für Güterverkehre, etwa auch über die Alttrasse von Arsbeck aus zum Industriegebiet Javelin in Elmpt. Ebenso wird die zusätzliche geplante Verkehrsverdichtung auf über 70 Personenzüge täglich - zusätzlich zu den genannten Güterzügen und der Trassennutzung durch Siemens - als nicht bedarfsgemäß und wirtschaftlich als unverhältnismäßig bewertet.
Zudem sieht die Initiative massivste ökologische Risiken, vor allem bei einer möglichen Trassenführung durch den Nationalpark De Meinweg und den Naturpark Maas Schwalm Nette. Dabei wird die Planung eines Anschlusses an Roermond von den Niederlanden abgelehnt – aus Sicht der BI ist somit ein angedachter Anschluss der Trasse von MG nach Wegberg an eine S8 MG-Roermond hinfällig und damit der geplante Vollausbau bis Dalheim obsolet.
Die Initiative setzt sich stattdessen für einen bedarfsgerechten und am tatsächlichen Nutzerverhalten ausgerichteten, umweltverträglichen Personennahverkehr ein – unter anderem ohne durchgehende Zweigleisigkeit und ohne Oberleitungen sondern mit batterieelektrischen Zügen, wie sie bei der ortsansässigen Siemens schon länger getestet und vom VRR, dessen Gebiet bis MG reicht, am nördlichen Niederrhein bei vergleichbaren Strecken schon eingesetzt werden. Eine Nutzung anderer Technik auf der Trasse MG-Wegberg, die mit MG verbunden ist, aber zum Bereich des AVV gehört, erscheint unzweckmäßig und sinnlos.
Mit dem eingereichten Bürgerantrag wird sich nun der Rat der Stadt Wegberg befassen müssen. Die Initiative kündigt an, den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit fortzusetzen und weitere Aktionen zur Information der Bürgerschaft zu planen.
Für die Menschen vor Ort bleibt die Frage zentral: Wie viel Ausbau verträgt eine Region – und zu welchem Preis mit Gefährdung für Mensch und Umwelt?