Korschenbroich für Fußverkehrs-Check ausgewählt Für bessere Bedingungen zu Fuß

Korschenbroich · Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt, und deshalb soll das Gehen in Korschenbroich nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Korschenbroich vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW für die Teilnahme ausgewählt.

NRW-Umweltminister Oliver Krischer (r.) überreichte Bürgermeister Marc Venten in Düsseldorf die Urkunde zur Teilnahme der Stadt am Fußverkehrs-Check.

Foto: Land NRW

Die sogenannten Fußverkehrs-Checks liefern praxisnahe Analysen vor Ort, binden Bürgerinnen und Bürger aktiv ein und zeigen konkrete, schnell umsetzbare Maßnahmen auf. So sollen Wege sicherer, attraktiver und barriereärmer werden. Die Stadt Korschenbroich ist seit dem 1. März 2022 Mitglied im Zukunftsnetz Mobilität NRW, dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung.

Zu Fuß zu gehen halte nicht nur fit und schütze das Klima, sondern stärke auch das Miteinander, betont Umweltminister Oliver Krischer: „Damit das gut funktioniert, brauchen wir sichere und direkte Wege. Die Fußverkehrs-Checks helfen Kommunen dabei, ihre Orte aus der Perspektive der Menschen vor Ort in den Blick zu nehmen und konkrete Verbesserungen anzustoßen. Dass sich so viele Städte und Gemeinden aus Nordrhein-Westfalen dafür interessieren, zeigt, wie wichtig gute Bedingungen für den Fußverkehr vor Ort sind.“

Gemeinsam für bessere Bedingungen zu Fuß

„Fußverkehrs-Checks“ sind ein Angebot des Zukunftsnetzes Mobilität NRW, dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung. Oliver Wittke, Vorstandssprecher der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR, erläutert das Prinzip: „Der Fußverkehr ist ein Prüfstein dafür, wie gut Mobilität vor Ort tatsächlich funktioniert – ob sie sicher, barrierefrei und alltagstauglich ist. Mit den Fußverkehrs-Checks steht Kommunen ein wertvolles Instrument zur Verfügung, um genau hinzuschauen, Prioritäten zu setzen und konkrete Verbesserungen auf den Weg zu bringen. Als Träger der Koordinierungsstelle Rhein-Ruhr des Zukunftsnetzes Mobilität NRW unterstützen wir diesen Ansatz, weil der Weg zu Fuß oft darüber entscheidet, ob der Öffentliche Personennahverkehr für Fahrgäste gut erreichbar und im Alltag verlässlich nutzbar ist.“ Durch den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Zielgruppe kann so auch die Beteiligungskultur gestärkt werden.

Für einen professionellen Ablauf wird der gesamte Prozess von einem Fachbüro begleitet. Dieses moderiert die einzelnen Schritte, wertet die Ergebnisse aus und bereitet sie so auf, dass die Verwaltung von Korschenbroich darauf aufbauend konkrete Maßnahmen entwickeln kann. Landesweit hatten sich 41 Kommunen beworben, zwölf von ihnen erhielten den Zuschlag. Für die ausgewählten Kommunen ist der gesamte Check kostenfrei, die Finanzierung übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen.

Konkrete Pläne in Korschenbroich

Auch in Korschenbroich gibt es schon erste Überlegungen. „Das städtische Kanalsanierungskonzept sieht für die Jahre 2026 bis 2028 Erneuerungen an der Kanalisation sowie Durchführung von Maßnahmen der Starkregenvorsorge auf Straßen durch die Korschenbroicher Ortsmitte vor. Im Anschluss an diese Bauarbeiten können wir zeitnah Verkehrsflächen fußgängerfreundlicher gestalten“, sagt Bürgermeister Marc Venten. „Die professionelle Unterstützung bei einem Fußverkehrs-Check durch ein Fachbüro kann der Stadt Korschenbroich wertvolle Hinweise auf die Möglichkeiten der Fußverkehrsförderung sowie für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Interessenvertretern auf dem Weg zu einer Neugestaltung des Straßenraumes geben.“

Bewährte Methode für Kommunen

Seit 2019 bietet das Zukunftsnetz Mobilität NRW seinen Mitgliedern den „Fußverkehrs-Checks NRW“ an. Die bewährte Methode enthält mehrere Bausteine. Begehungen sind das Kernstück – sie geben den Teilnehmenden vor Ort die Gelegenheit, Probleme und Sichtweisen auszutauschen und neue Lösungsansätze und Ideen zu diskutieren. Es folgt eine Stärken-Schwächen-Analyse sowie die Erstellung eines Maßnahmenplans mit Prioritäten, die gemeinsam mit der Bürgerschaft und Expertenteams erarbeitet werden.

Die verschiedenen Etappen werden von einem Planungsbüro begleitet, das die Veranstaltungen moderiert, die Themen bündelt und die Ergebnisse zusammenfasst. Zum Abschluss bekommt jede teilnehmende Kommune eine Auswertung und Handlungsempfehlung. Die Umsetzung ist freiwillig, das Zukunftsnetz Mobilität NRW berät die Kommunen auf Wunsch zur Generierung möglicher Fördermittel. Die Kosten werden vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Nordrhein-Westfalen übernommen.

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