An diese lokale Tradition wollte Harjot Singh mit seinem Team anknüpfen, als er dort vor gut einem Jahr das ‚Tikka & Tonic‘ eröffnete, das authentische indische Küche mit einer großen Auswahl kühler Drinks kombiniert.
Dabei hatte Singh, dessen Eltern in Xanten selbst ein indisches Restaurant betreiben, zunächst daran gedacht, sein Lokal in Düsseldorf zu eröffnen. Doch dann stieß er auf die gerade frei gewordene Bockumer Gaststätte und war schnell überzeugt, sein Glück hier zu versuchen.
„Die Räume sind sehr schön, und wir haben zusätzlich einen großzügigen Außenbereich für unseren Biergarten“, berichtet er. „Wichtig ist auch, dass wir ein gutes Verhältnis zu unseren Vermietern haben. Die unterstützen uns, wo sie können.“
Bereits viele Stammgäste
Auch von den Nachbarn, Radsport Weyers und dem Shiatsuraum ‚In der Mitte‘, seien sie seit der Eröffnung tatkräftig unterstützt worden. „Gerade für uns als Außenstehende waren ihr Wissen und ihre Tipps rund um Bockum und den Standort für uns sehr wertvoll“, freut sich Harjot Singh. „Überhaupt haben wir hier in Bockum ein Riesenglück mit unseren Gästen. Viele Stammgäste der früheren Lokale kommen jetzt wieder zu uns. Auch einige langjährige Stammtische haben sich hier schon wieder etabliert. Das ist super, dass wir so nicht bei Null anfangen mussten.“
Obwohl das Tikka & Tonic inzwischen sehr gut im bürgerlichen Bockum angekommen ist, mussten sich der indischstämmige Junggastronom und seine Gäste zunächst schrittweise annähern. „Anfangs hatten wir vor allem indische Tapas auf der Karte und spezielle, eigene Cocktailkreationen“, erzählt Singh. „Das kam bei unseren Gästen nur bedingt an. Die wollten gerne richtige Hauptgerichte und klassische Cocktails. Schön ist, dass die Gäste uns inzwischen sehr vertrauen. Da die indische Küche noch nicht so bekannt ist wie Schnitzel oder Pizza, werden wir oft gebeten, etwas zu empfehlen, was wir gerne tun.“
Von europäisch-würzig bis indisch-scharf
Zur Zufriedenheit der Tikka-&-Tonic-Gäste dürfte auch beitragen, dass man sich darauf verlassen kann, nicht nach dem ersten Bissen in Schnappatmung zu geraten. Die indischen Gerichte werden hier nämlich grundsätzlich so gewürzt, dass auch ein europäischer Gaumen sie genießen kann. Wer mehr möchte, kann einen der vier weiteren Schärfegrade wählen – von leicht scharf (europäisch) bis extrem scharf (indisch), was Singh und sein Team ausdrücklich nur für „Schärfe-Profis“ empfehlen. In diesem Schärfegrad gibt es darüber hinaus eine kleine Auswahl original indisch gewürzter Gerichte.
Sehr gut ausgesucht
Auf Harjot Singhs Empfehlungen haben wir auch bei unserem vertäll-Testessen vertraut und waren damit absolut zufrieden. So
bekamen wir als Erstes drei verschiedene Vorspeisen: „Pani Puri“, krosse Hohlkugeln aus Kartoffelteig, gefüllt mit frisch-fruchtigem Joghurt, dazu eine grüne Soße, die etwas an Waldmeister erinnerte. Etwas fruchtig und leicht säuerlich schmeckte auch das Gericht „Samosa Chaat“, bei dem warme Teigtaschen mit kühlem Joghurt und Chutneys kombiniert wurden. Hervorragend passten dazu die knusprig frittierten Hähnchenstücke in einer süß-würzigen Soße.
Nach dieser wunderbaren Vorspeisenauswahl war dann gar nicht mehr so viel Platz im Magen für unsere Hauptgerichte: eine Portion Butter Chicken Curry in cremig-fruchtiger Butter-Cashew-Tomatensoße und ein süß-herzhaftes Mango Chicken Curry in Mango-Kokos-Soße. Eine schöne Ergänzung dieser Auswahl war das auf dem heißen Grillstein servierte „Lamb Seekh Kebab“ – Lammhackspieße mit gegrilltem Gemüse und einer pikanten Masala-Soße. Dazu wurde locker-körniger indischer Reis und würziges Garlic Cheese Brot gereicht.
Da das Tikka & Tonic Restaurant und Bar ist, haben wir selbstverständlich auch etwas Besonderes zu trinken probiert. Dabei fiel die Wahl des Hauses auf einen indischen Klassiker, ein cremiges Mango Lassi, und einen „Insider-Cocktail“ mit Maracuja, Grenadine-Sirup und indischem Rum, der so gar nicht auf der Karte steht: gefährlich lecker, da sich der Alkohol gut hinter den Fruchtaromen versteckt.
Satt und zufrieden
Am Ende verließen wir das Tikka & Tonic satt, zufrieden und – da wir bei Weitem nicht alles aufessen konnten – mit einer großen Tüte voller indischer Leckereien. Harjot Singhs Konzept ist für uns eine große Bereicherung der Krefelder Gastronomielandschaft. Ein Bar-Restaurant für alle Generationen, dessen Inhaber vor allem ein guter Gastgeber sein und mit authentischen, indischen Gerichten verwöhnen möchte, aber auch Experimentelles wie „Chocolate Samosas“ auf der Karte hat.
Schaut vorbei, lasst euch etwas Leckeres empfehlen und genießt es. Egal ob im gemütlichen Innenraum oder, solange das Wetter es noch zulässt, im Biergarten auf dem Bockumer Platz. Es lohnt sich!
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