„Für das Theater Krefeld ist es die vorerst letzte Spielzeit am Theaterplatz“, weist Generalintendant Michael Grosse schon mal auf die künftigen Veränderungen des Spielbetriebs hin. Denn vom Sommer 2027 an wird das Theatergebäude umfassend saniert und durch einen neuen Anbau erweitert. Die Arbeiten werden voraussichtlich drei Jahre dauern. In dieser Zeit bieten die Theatermacher ihre Schauspiele, Opern und Ballettaufführungen in einem Zelt an, das auf dem Freibadgelände in Bockum stehen wird.
Die kommende Spielzeit 2026/27 ist davon aber noch nicht berührt. Dennoch gibt es auch schon von diesem Herbst an am Stammhaus eine Veränderung. Bisher konnten die Besucher des Theaters in der Tiefgarage des Seidenweberhauses kostenlos parken. Diese Regelung ist in der neuen Spielzeit aufgehoben. Die Besucher müssen ihre Parkzeit bezahlen.
Im Gegenzug können die Besucher aber für die Anreise und die Heimfahrt nach der Vorstellung mit ihrer Eintrittskarte kostenlos den öffentlichen Nahverkehr benutzen. Das Theaterticket gilt dann als Fahrschein.
Eine weitere Neuerung, die schon in der nächsten Spielzeit ab Herbst gilt: Die Ticketpreise für die Theatervorstellungen werden wieder leicht erhöht. Intendant Grosse ermuntert: „Es lohnt sich jetzt noch mehr, ein Abonnement abzuschließen.“
Schließlich wird den Theaterbesuchern in der neuen Spielzeit, die im September 2026 beginnt, eine Menge geboten.
Die Musiksparte macht den Aufschlag am 27. September mit der Oper „Otello“ von Giuseppe Verdi nach dem berühmten Schauspiel von William Shakespeare. Verdi hat die Tragödie zu einem psychologischen Kammerspiel verdichtet.
Schon am 30. Oktober folgt die nächste musikalische Großproduktion: die Musicalfassung von „Titanic“. In Mönchengladbach waren die Vorstellungen ausverkauft. Regisseur Ansgar Weigner hat seine opulente Inszenierung mit einem Rahmenprogramm versehen, zu dem u.a. die Ausgabe von Bordpässen an die Zuschauer gehört.
Im Januar 2027 folgt die Oper „Der Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo, die sich wegen ihrer Kürze (eine Stunde 20 Minuten) und musikalischer Dichte besonders auch für Einsteiger in die Welt der Oper eignet.
Mit der komischen Oper „Die verkaufte Braut“, die mit viel Humor von der Liebe und der Kraft des eigenen Willens erzählt, schließt die Musiksparte im April 2027 den Reigen ihrer Premieren.
Die Schauspielsparte startet am 3. Oktober 2026 mit einer deutschen Fassung der klassischen französischen Tragikomödie „Cyrano de Bergerac“. Es geht um den Draufgänger und Dichter, der sich nur in der Liebe schwer tut wegen seiner langen Nase.
Am 22. November präsentieren Mitglieder des Schausspielensembles als Gemeinschaftsarbeit unter dem Titel „Die Übernahme“ ihre Sicht auf den Rechtspopulismus.
„Sturmhöhe“ ist ein berühmter Roman der englischen Autorin Emily Bronte. Die Dramatisierung des Stoffs erleben die Zuschauer im Krefelder Theater vom 13. Februar 2027 an.
Kurz darauf, am 25. Februar, ermöglicht die Schauspielsparte mit der Komödie „Jeeps“ wieder das aufregende On-stage-Erlebnis; was bedeutet, dass die Zuschauer auf der Bühne Platz nehmen dürfen.
Weiter geht es am 12. März mit dem hebräischen Schauspiel „Dingens“, das von der israelischen Regisseurin Dedi Baron inszeniert wird. Das Stück wird als bitter-komische Familiengroteske angekündigt.
Thornton Wilders Satire „Wir sind noch einmal davongekommen“, entstanden 1942 mitten im Krieg, beschließt mit der Premiere am 12. Juni 2027 die Abfolge der neuen Schauspielinszenierungen.
Besondere Spannung versprechen die Stücke der Ballettsparte. Nachdem der langjährige Ballettdirektor Robert North den Staffelstab an Manuel Gross übergeben hat, werden in Krefeld auch Inszenierungen von Gast-Choreographen geboten, die ihren ganz eigenen Stil mitbringen.
Den Auftakt am 17. Oktober 2026 macht aber nochmal Altmeister Robert North mit seinem Ballettabend „Getanzte Bilder“, in dem seine Choreographien „Expressionismus“ und „Farbenspiel“ zu sehen sind. Beide Inszenierungen sind von der bildenden Kunst inspiriert. Die Musik stammt von Christopher Benstead. Es spielen die Niederrheinischen Sinfoniker.
Im Mai 2027 kommen dann die Gast-Choreographen zum Zuge. Die vier Ballettkünstler Dan Datcu, Yuri Hamano, Phoebe Jewitt und Hugo Viera erarbeiten für den Gemeinschaftsabend jeweils eine Choreographie, die sich mit dem Thema Krimi befasst. Der Abend läuft unter den Namen der vier Künstler.
Überdies bietet das Theater eine Fülle an kleineren Produktionen und Wiederaufnahmen aus der vorigen Spielzeit. An Angeboten für die verschiedenen Geschmäcker herrscht kein Mangel. Das gilt auch für alle Altersstufen. Schließlich hält das Theater auch Vorstellungen für Kinder bereit.
Ein volles Programm bieten zudem auch die Niederrheinischen Sinfoniker unter Generalmusikdirektor Mihkel Kütson. Darunter sind Sinfoniekonzerte, Chorkonzerte und Kammerkonzerte.
Das gesamte Programm der neuen Spielzeit ist dem Theaterheft zu entnehmen, das an öffentlichen Stellen ausliegt. Es ist auch im Internet auf der Homepage des Theaters zu finden: www.theater-kr-mg.de