Mit dem Ehrenbrudermeister Jürgen Santen und dem amtierenden Brudermeister Markus Reiners konnte der Heimatkreis kompetente Referenten zum Thema gewinnen. Gewohnt launig begrüßte zu Beginn der Heimatkreisvorsitzende Franz-Josef Jürgens die über 40 Zuhörer. Zunächst beschäftigte sich Markus Reiners mit dem Lank-Latumer Schützenwesen etwa vom 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit und wagte auch einen Blick in die Zukunft. So erläuterte er die Bedeutung des Schützenwesens für die Bevölkerung und die katholische Kirche im 19. Jahrhundert sowie die nötige Neuorganisation des Lank-Latumer Schützenwesens vor und nach dem 1. und 2. Weltkrieg. Auch stellte er aktuelle Aktivitäten vor und teilte mit, dass es inzwischen eine Frauenkompanie in der Lank-Latumer Bruderschaft gibt. Zudem erläuterte er die Bedeutung der bis in die heutige Zeit bindenden Parole aller Schützen: „Glaube, Sitte und Heimat".
Jürgen Santen referierte hingegen über die Frühzeit des Lank-Latumer Schützenwesens vom vermuteten Entstehungsjahr 1475 bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. In seinen Ausführungen nahmen die in Lank-Latum beliebten Barrikadenkämpfe am Kaldenberg in Latum einen besonderen Platz ein. Die auf einen Überfall auf eine Fronleichnamsprozession im Jahre 1603 zurückgehende Tradition der Barrikadenkämpfe erinnert daran, dass die Schützen damals die Prozession schützten und die Söldner des Grafen von Moers nach einem Angriff zurückschlugen.
Die Ausführungen beider Referenten machten den Zuhörern klar, dass die Schützenvereine damals wie heute eine Säule unserer Gesellschaft sind, sich ehrenamtlich engagieren, soziale Aufgaben übernehmen und sich immer offen gegenüber Gott und den Menschen zeigen und auf die Wurzeln der Heimat besinnen. Nach einem großen Applaus durch die Zuhörer bedankte sich der Heimatkreisvorsitzende zum Ende des Vortrages mit einem Buchgeschenk bei den Referenten.