Exkursion nach Krefeld Heimatkreis besuchte Mühle

Lank/Krefeld · Eine der ältesten Windmühlen in NRW steht unmittelbar an der Autobahnraststätte in Krefeld an der A57. Der Heimatkreis Lank besuchte jetzt die Geismühle, die unmittelbar an der Meerbuscher Stadtgrenze zu Krefeld, im Ortsteil Oppum liegt.

Die Heimatkreis-Gruppe vor der Mühle nach der Führung.

Foto: Helga Ebner

Einst war sie ein Wachturm der Burg Linn, die vom Standort auch nicht weit entfernt steht. Obwohl die auf den ehemaligen Wachturm gebaute Mühle schon ein stattliches Alter von 450 Jahren hat, lässt sich mit ihr immer noch Korn zu Mehl mahlen. Dies ist in erster Linie dem Bauverein mit seinen „Mühlenspechten“ zu verdanken, die in jahrelanger Arbeit das Bauwerk mit Unterstützung der öffentlichen Hand restauriert haben und das alte Mahlwerk bis heute funktionsfähig halten.

Da in den bekannten Lank-Latumer Mühlen, der Teloy- und Heidbergmühle, die eigentliche Mühlentechnik im Inneren nicht mehr erhalten ist, wollte die 17-köpfige Teilnehmergruppe auf ihrer Exkursion genau diese Technik kennenlernen. Kaum jemand denkt beim Anblick einer Windmühle darüber nach, welch spannende Geschichte und vor allem Bedeutung für die Menschheit dahinter steckt. Dabei sind sie die ersten technischen Kraftwerke der Weltgeschichte, bei denen Muskelkraft durch natürliche Energien wie Wasser und Wind ersetzt wurde. Eine bahnbrechende Erfindung. Die Teilnehmer der durch den Bauverein Geismühle Krefeld-Oppum organisierten Führung konnten sich ansehen, wie ein ausgeklügeltes System von Zahnrädern, Zapfen und Wellen bei Wind tonnenschwere Steine in Bewegung bringt. Schon vor Beginn der Führung hatten die „Mühlenspechte“ die zum Betrieb der Mühle nötigen Segel auf die Flügel gespannt. Für die Teilnehmer der Heimatkreisgruppe war es ein Erlebnis, die Mühle im Inneren über Holzleitern bis unter die Haube zu besteigen, das knarrende Mahlwerk im Echtbetrieb zu erleben und gleichzeitig durch die Fenster draußen die sich im Wind drehenden Flügel zu sehen. Eine großartige Führung, die der Heimatkreis Lank in den kommenden Jahren wiederholen wird.

Mit Hilfe der Windmühlen wurde auch kommuniziert. Die Stellung der Flügel signalisierte in früherer Zeit Ereignisse wie Todesfälle oder Feiertage. Stand das Flügelkreuz exakt in der Achse und teilte mit seinen Flügeln mittig genau Waagerechte und Senkrechte, bedeutete es die Stilllegung der Mühle. Heimatkreisvorsitzender Franz-Josef Jürgens bedankte sich zum Abschluss bei dem Bauverein und den „Mühlenspechten“ im Namen des Heimatkreises Lank für die Führung und für die über Jahrzehnte geleistete Arbeit zum Erhalt des Denkmals Geismühle.