Wechseloperationen nach Gelenkersatz Zweite Chance für künstliche Gelenke

Meerbusch. · Im St. Elisabeth-Hospital Meerbusch-Lank ist das Ärzteteam der Klinik für Orthopädie und Endoprothetik auf die Erneuerung von künstlichen Knie- und Hüftgelenken spezialisiert. Oberarzt Frank Lorenz erklärt, was es mit der sogenannten Revisionsendoprothetik auf sich hat.

Frank Lorenz, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Endoprothetik.

Foto: St. Elisabeth-Hospital Meerbusch-Lank

Künstliche Hüft- und Kniegelenke ermöglichen Menschen mit Arthrose, Rheuma oder anderen Gelenkerkrankungen ein schmerzfreies und aktiveres Leben. Jedes Jahr erhalten in Deutschland ca. 220 000 Patientinnen und Patienten ein künstliches Hüftgelenk und ca. 40 000 ein neues Kniegelenk – mit steigender Tendenz. Mit dieser Entwicklung wächst jedoch auch ein Bedarf, über den nur selten gesprochen wird: die sogenannte Revisionsendoprothetik.

Dabei handelt es sich um Operationen, bei denen ein bereits eingesetztes künstliches Gelenk teilweise oder vollständig ausgetauscht werden muss – eine logische Folge der zunehmenden Zahl an Erstimplantationen. „Eine Revision bedeutet nicht automatisch, dass die ursprüngliche Operation fehlgeschlagen ist“, sagt Frank Lorenz. „Oft handelt es sich um Entwicklungen, die erst nach vielen Jahren auftreten oder durch natürliche Belastungsprozesse entstehen.“

Zu den häufigsten Gründen, warum ein Wechsel notwendig werden kann, zählen bakterielle Infektionen, Lockerungen des Implantats, Instabilitäten des Gelenks oder der Verschleiß einzelner Prothesenbestandteile.

Erfahrung macht den Unterschied

Wechseloperationen zählen zu den anspruchsvollsten Eingriffen in der Orthopädie. Anders als bei einer Erstimplantation treffen die Operateure häufig auf veränderte anatomische Voraussetzungen. Knochenverluste, frühere Operationen oder komplexe Defekte erfordern individuelle Lösungen und eine sorgfältige Planung.

Im St. Elisabeth-Hospital verfügt das Team über langjährige Erfahrung in der Revisionsendoprothetik. Dabei verfolgt die seit über zehn Jahren als EndoProthetikZentrum zertifizierte Klinik einen klaren Grundsatz: So viel körpereigene Knochensubstanz wie möglich erhalten und rekonstruieren, so wenig Implantat wie nötig einsetzen. Moderne Rekonstruktionsverfahren und spezialisierte Implantatsysteme ermöglichen heute auch bei komplexen Befunden individuelle Lösungen. „Unser Ziel ist nicht allein der Austausch einer Prothese“, so Lorenz. „Wir möchten unseren Patientinnen und Patienten ermöglichen, wieder aktiv am Leben teilzunehmen – möglichst schmerzarm, sicher und langfristig erfolgreich.“ Denn auch wenn ein künstliches Gelenk irgendwann eine zweite Chance braucht, gibt es heute vielfältige Möglichkeiten, Mobilität und Lebensqualität dauerhaft zu erhalten.

Qualität ab der ersten Operation

Nicht jede Klinik darf sich EndoProthetikZentrum nennen. Die Zertifizierung ist an strenge Qualitätsanforderungen geknüpft. Operateurinnen und Operateure müssen umfangreiche Erfahrung nachweisen, festgelegte Mindestmengen erfüllen und ihre Behandlungsergebnisse regelmäßig dokumentieren. Gleichzeitig werden die Prozesse und Ergebnisse kontinuierlich überprüft. Das St. Elisabeth-Hospital erfüllt diese Anforderungen seit vielen Jahren. Als zertifiziertes EndoProthetikZentrum werden hier jährlich mehr als 1 600 operative Eingriffe an Hüfte, Knie und Schulter durchgeführt.