Die Einrichtungen bieten künftig 34 erwachsenen Menschen mit Assistenzbedarf eine feste Tagesstruktur außerhalb ihres Wohnumfeldes. Die Eröffnung fällt auf den Tag genau mit dem ersten Jahrestag der Integration des Mönchengladbacher Fachbereichs in die St. Augustinus Gruppe zusammen.
Die Werk- und Begegnungsstätten richten sich an erwachsene Menschen mit wesentlichen kognitiven, seelischen, körperlichen oder mehrfachen Behinderungen, die Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten. Viele von ihnen hatten bislang kein regelmäßiges Angebot außerhalb ihres Wohnumfeldes.
„Für unsere Klienten bedeutet das vor allem mehr Abwechslung, mehr Kontakte und die Möglichkeit, neue Interessen für sich zu entdecken“, sagt Nathalie Sträter, Fachbereichsleiterin Tagesstruktur und Netzwerke. Zum Angebot gehören unter anderem Koch- und Backangebote, Bewegungs- und Gedächtnistraining, kreative und kulturelle Aktivitäten, gemeinsame Freizeitgestaltung sowie hauswirtschaftliche Tätigkeiten.
Die Werk- und Begegnungsstätte Nikolaus entstand in der ehemaligen Sporthalle des früheren St. Josefshauses, die umfassend umgebaut und an die Bedürfnisse der Klienten angepasst wurde. Dort stehen künftig 25 Plätze zur Verfügung. Weitere neun Plätze bietet die Werk- und Begegnungsstätte Katharina am Tomper Weg. Beide Einrichtungen sind barrierefrei gestaltet und verfügen über Außenbereiche, die in die tägliche Arbeit einbezogen werden.
Die Eröffnung der Werk- und Begegnungsstätten steht zugleich für die Entwicklung des Standorts im vergangenen Jahr. Mit der Integration des Gladbacher Fachbereichs in die St. Augustinus Gruppe war das Ziel verbunden, bestehende Angebote zu sichern und gleichzeitig neue Perspektiven für Menschen mit Assistenzbedarf zu schaffen.
„Wir haben den Menschen vor Ort Kontinuität und gleichzeitig neue Perspektiven versprochen – und dieses Versprechen eingelöst“, sagt Thomas Mesmer, Fachbereichsleiter Fallmanagement. „Mit den neuen Angeboten setzen wir einen zentralen Baustein um, den wir bereits bei der Übernahme zugesagt hatten.“
Bereits zu Jahresbeginn wurde mit dem Haus Anna zusätzlicher Wohnraum für bis zu zehn Menschen geschaffen. „Innerhalb eines Jahres konnten wir neue Wohnplätze schaffen und erstmals ein eigenes tagesstrukturierendes Angebot vor Ort etablieren“, sagt Magdalena Hackl. „Damit erweitern wir die Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Assistenzbedarf in Mönchengladbach ganz konkret.“
Auch fachlich hat die Integration neue Impulse gesetzt. Die in Mönchengladbach vorhandene Expertise im Bereich Autismus-Spektrum-Störung wird inzwischen stärker in die gesamte Eingliederungshilfe der St. Augustinus Gruppe eingebracht. Unterstützt wurde die Weiterentwicklung des Angebots durch die enge Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der zuständigen Behörde für das Wohn- und Teilhabegesetz (WTG), die den Ausbau zusätzlicher Hilfen für Menschen mit Assistenzbedarf in der Region begleitet.
Im Rahmen der Eröffnungsfeier erhielten die Gäste die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten kennenzulernen. Neben Führungen durch die Einrichtungen standen kreative Mitmachangebote sowie Begegnungen mit Klientinnen und Klienten sowie Mitarbeitenden auf dem Programm. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung vom Jedermannchor, der mit mehreren Liedbeiträgen zum feierlichen Rahmen des Nachmittags beitrug.