„Ich bin nicht gerne der Überbringer schlechter Nachrichten“, sagt Detlef Poullie, Dozent für Versorgungstechnik bei der Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach, „aber die Zeit drängt.“ Ab dem 12. Januar 2026 sind Bleirohre verboten und müssen in alten Häusern – so noch nicht geschehen – ausgetauscht werden, das schreibt die Verordnung über die Qualität von Trinkwasser für den menschlichen Gebrauch vor. Und dieses Mal könne keiner, wie etwa beim Heizungsgesetz, hoffen, dass der Kelch noch einmal am Hausbesitzer vorüber geht und die Verordnung zurückgenommen wird. Auch solle sich niemand, weil es keine Blei-Kontrollen gäbe, in Sicherheit wiegen. Denn dieses Mal gehe es um die Gesundheit, so Poullie. „Blei ist schon bei geringen Mengen ein Gesundheitsrisiko, besonders für Kinder, Schwangere und alte Menschen“, sagt er. Blei könne Nervenzellen, das Blutbildungssystem, sowie die Nieren schädigen, Intelligenzdefizite und psychomotorische Störungen hervorrufen, es lagere sich zum Beispiel in Knochen ab und sei als krebserregend eingestuft. „Es gibt ein Austauschgebot, das am 12. Januar in Kraft tritt“, so Detlef Poullie. Stoße der Installateur bei Reparaturen auf Bleirohre, so sei er zudem ab dem 12. Januar verpflichtet, das beim Gesundheitsamt zu melden.
Sanierte Altbauten sollten in der Regel nicht mehr betroffen sein, wenn verantwortungsvolle Hausbesitzer auch die Rohre haben tauschen lassen. Die Krux: Der Austausch der Bleirohre ist sehr teuer. Bislang gibt es kein System, mit dem man die alten Rohre einfach rausziehen und neue nachschieben kann. In der Regel müssen im gesamten Haus alle Bäder erneuert werden. „Das Haus schnell verkaufen, ist auch keine Lösung“, so Poullie. Wer beim Immobilienverkauf die Existenz von Bleirohren verschweige, mache sich strafbar. Fristverlängernde Wirkung hätten nur Verträge, die man schon vor dem 12. Januar mit einer beauftragten Fachfirma abschließe.
Übrigens könnten nicht nur die Rohre selbst, so Poullie, sondern auch bleihaltige Verbindungsstücke – oft mit Messingoptik – oder bleihaltige Billig-Armaturen Bleivergiftungen verursachen.
Wer nicht genau weiß, ob Bleirohr, oder nicht, könne das bei Rohren, die über Putz liegen mit einem Geldstück herausfinden: Einfach mit einer Münze auf dem Rohr kratzen, und wenn man mühelos eine strahlend-silberne Stelle freikratzen könne handele es sich um Blei. Die Wasserqualität könne man mit einem Schnelltest ermitteln. Solche Teststreifen bekomme man für knapp 30 Euro im Internet. Sei solch ein Test positiv, könne man mit einer Laboruntersuchung noch zusätzlich die genauen Werte ermitteln lassen.