Das Schiefbahner Königshaus Mit 68 Schuss zum Schützenkönig

Schiefbahn · Der Traum für Tellschütze Michael Görgens geht endlich in Erfüllung. Er ist König der St. Sebastianer Schützenbruderschaft in Schiefbahn.

 Das Schiefbahner Schützenkönigspaar Marcel und Diane Görgens (Mitte) mit ihrem Königshaus.

Das Schiefbahner Schützenkönigspaar Marcel und Diane Görgens (Mitte) mit ihrem Königshaus.

Foto: Peter van Bohemen

Marcel Görgens hat sich mit dem 68. Schuss – erstmals am Festzelt – erfüllt, wovon jeder Tellschütze einmal träumt. Der gebürtige Schiefbahner ist 43 Jahre alt und arbeitet als Sales Manager. Bei den Schützen ist seine Heimat der Jägerzug „Ruck Zuck“. Der Liebe wegen ist der Schibbahner Jong allerdings schon vor vielen Jahren nach Kirchherten bei Bedburg an der Erft ausgewandert. Allerdings zieht es ihn nicht nur zum Schützenfest in die alte Heimat, im Herzen ist der frühere Fußballer vom SC 08, der heute beim TC Kaster Tischtennis spielt, stets Schiefbahner geblieben. In Kirchherten ist allerdings Gattin Diane zu Hause und mittlerweile komplettieren zwei Töchter die Familie.

Die Schützenkarriere des Königs begann noch vor der Wende, als sich 1989 ein Tellschützenzug formierte, der heute den Kern des Wachzuges „Ruck Zuck“ bildet. Hier konnte Görgens bereits 1999 und 2009 als Zugkönig erste Erfahrungen als Monarch sammeln. Noch bessere Einblicke in höchste Schützenkreise gewannen die jungen Schützen 2014. Damals waren die Grünröcke 2. Wachzug bei Jens und Sabine Scheffler, die legendäre Partys in der damals an der Schießhalle errichteten Residenz feiern konnten. Schon damals gehörte Görgens immer zu denen, die sprichwörtlich abgeschlossen haben. Ob der König das auch während der eigenen Regentschaft durchhalten kann, wird sich zeigen. Die Residenz wird jedenfalls diesmal an der Florastraße errichtet. Dort steht das Elternhaus des Königs. Die Nachbarschaft ist hier auch nicht ganz unerfahren, denn schon Johannes Bungter residierte als König dort. Es war 1993 als der damalige Jungschütze bei dieser Gelegenheit erstmals so richtig erlebte, was mit Kameradschaft und unter der Fahne mit den Schlagworten Glaube, Sitte und Heimat alles möglich gemacht werden kann. Beeindruckend findet er bis heute auch den Königstanz 2002, den Jürgen Pinnecke nach einem schweren Unfall im Rollstuhl absolvierte.

Dass es mit dem Königsjahr klappen würde, stand übrigens mehrmals auf der Kippe, bis sich plötzlich in buchstäblich letzter Minute und unmittelbar vor Beginn des Schützenfestes 2023 alle Hürden in Luft auflösten. Jetzt steht Görgens selbst an der Spitze seiner Bruderschaft und fiebert einem Fest entgegen, das ihm eine ganz neue Perspektive verspricht. Schon die Übergabe des Silbers nach dem Königsschuss erlebte Görgens sehr emotional. Mit der Kevelaer-Wallfahrt war dann die würdige Krönung am Altar der Pfarrkirche verbunden und seither prasseln die vielfältigsten Eindrücke auf den Monarchen ein, der alles mit großer Vorfreude erlebt. Neben dem Burgbau gehört zur Festvorbereitung für Marcel I. und seine Diane auch ein Tanzkurs und die ersten Gastschützenfeste sind auch schon absolviert. Das alles geht allerdings nicht ohne die Familie, die voll und ganz mitzieht, zeigt sich Görgens beeindruckt.

Auch wenn Diane Görgens die erste Zeit als ebenso aufregend wie stressig erlebt hat, möchte sie das Königsjahr mit ihrem Liebsten schon jetzt nicht mehr missen. Schließlich haben sich beide beim Feiern in der Neusser Skihalle kennengelernt. Die 39-jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin erfreut sich aber trotzdem vor allem an den geselligen Abenden im Kreise von Königshaus und Wachzug und gönnt ihrem Mann seinen Traum von ganzem Herzen. Geselligkeit ist der Tennisspielerin auch im Alltag wichtig, weshalb sie regelmäßig mit ihren Freundinnen Essen geht. Ruhe und Erholung findet die Königin in ihrem Garten, den sie liebevoll hegt und pflegt. Im heimatlichen Kirchherten ist Königin Diane übrigens auch dem Brauchtum zugetan – sie ist dort seit jeher im Karneval aktiv.