Haniel: Nur ELG macht Sorgen

Duisburg · Trotz des„Pechvogels“ ELG blickt Haniel auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 zurück. Denn während die Zahlen des Rohstoffhändlers in den Keller rauschten, schrieben alle anderen Beteiligungen deutliche grüne Zahlen.

Haniel-Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow.

Foto: Haniel

Entspannt wirkten sie, die beiden Haniel-Vorstände Stephan Gemkow und Dr. Florian Funck. Konnten sie auch sein. Denn der Haniel-Konzern scheint auf einem sehr guten Weg zu sein. „2015 war ein weiteres, erfolgreiches Jahr für uns“, eröffnete Gemkow gut gelaunt die Jahrespressekonferenz. Im Überblick: Alle Haniel-Beteiligungen, bis auf ELG, haben im vergangenen Jahr Umsatz- und Ergebniszuwächse erwirtschaftet. Wegen der ELG-Krise ist der Umsatz bei Haniel leicht um 3 Prozent auf 3,808 Milliarden Euro gesunken. Dazu ging das operative Ergebnis um elf Prozent auf 193 Millionen Euro zurück. Dagegen stieg der Gewinn vor Steuern von 31 Millionen Euro im Vorjahr auf satte 174 Millionen Euro.

ELG ist unser großer Pechvogel“, machte Dr. Florian Funck klar. Die ins stocken geratende chinesische Volkswirtschaft, weltweit sinkende Nickel-, Eisen- und Chrompreise sowie die einbrechende Edelstahl-Nachfrage in Europa und Nordamerika haben Umsatz und Ergebnis des Rohstoffhändlers übel abstürzen lassen. Das neueste Unternehmen unter dem auch grafisch neu gestaltetem Haniel-Dach, der Matratzenbezugsstoffe-Marktführer Baekert Textiles, hat gleich mal für einen Paukenschlag gesorgt und mit DesleeClama die Nummer vier der Branche akquiriert. Dadurch hat BekaertDeslee, wie die Firma nun heißt, seine Pole Position weiter ausgebaut. „Die Zahlen machen uns große Freude“, so Funck. Sehr erfreulich aus Haniel-Sicht auch die Entwicklung des ehemaligen Sorgenkindes Metro: Das Beteiligungsergebnis stieg von 14 (2014) auf 57 Millionen Euro an. Ein wichtiger Punkt sei hierbei laut Gemkow der Verkauf von Galeria Kaufhof gewesen.

Dazu hat Haniel seine Schulden weiter gesenkt und den Marktwert des Portfolios gesteigert. Aktuell hat Haniel und 1,3 Milliarden Euro in der Hinterhand, um das Portfolio des Konzerns weiter zu entwickeln. „Allerdings“, machte Stephan Gemkow klar, „ist die Suche nach einer neuen Beteiligung bei der aktuellen Lage am Markt wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.“ Denn das neue Mitglied unter dem Haniel-Dach müsse auch zur nachhaltigen Wachstumsstrategie passen und den hohen Qualitäts-Ansprüchen des kerngesundKonzerns passen.

(Niederrhein Verlag GmbH)