Das Stipendium wird jährlich und jetzt bereits zum achten Mal von der Stadt Duisburg und der Interessengemeinschaft der Duisburger Künstler an eine Künstlerin oder einen Künstler aus dem Bereich Bildende Kunst, Fotografie, Illustration, Performance oder Videokunst vergeben. Die Organisation liegt beim Kulturbüro.
Für ein Jahr ist die gebürtige Schweinfurterin zu Gast in der Ruhrgebietsstadt, die für sie Neuland ist, und verlässt dafür ihre Wahlheimat Leipzig. Wölfel übernahm das kostenfreie Atelier von Florian Glaubitz, dessen Stipendium turnusgemäß zum Jahresbeginn endete. Zusätzlich bezog sie die von der GEBAG für zwölf Monate gestellte Wohnung nahe des Innenhafens.
Wer ihre Arbeit kennenlernen möchte, hat hierzu bis zum 26. Februar Gelegenheit. Im Kunstraum Schmale Gasse 1 in Duisburg-Mitte zeigt Wölfel donnerstags von 17 bis 20 Uhr ihre Ausstellung „Hallo“. Lisa Wölfel studierte bis 2017 „Freie Malerei“ und schloss ihr Studium als Meisterschülerin an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg ab.
Ihr Markenzeichen sind großformatige Arbeiten, die mehrere Meter Höhe erreichen. Ob Pastell, Tusche, Acryl, Grafit oder Kohle – ihre Kunst verspricht Vielfalt. „Ich mag Porträts von Menschen, die zum Beispiel aktuell ohne Vorlage mit Ölkreide auf Holz entstehen, aber auch Tiere interessieren mich sehr. Mir geht es um Atmosphäre, Stimmungen und authentisches Einfangen von Bewegungen für die ich keine Worte, aber Bilder finde“, so die Künstlerin.
Dass ihre Arbeiten auf Resonanz stoßen, belegen zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Soroptimistinnen-Kunstpreis der Metropolregion Nürnberg sowie der Publikumspreis der Kunsthalle Schweinfurt 2024.
Wölfel arbeitet bereits jetzt auf ein größeres Projekt hin und plant dazu im August eine Ausstellung im Ludwigsturm am Innenhafen.