Ehrennadel für Ennatz Wir sind alle Dietzburger Jungs!

Duisburg · Torgefährlichster Verteidiger der Bundesligageschichte, Europameister und Ehrenspielführer, Maskottchennamensgeber, Dauerehrenkartenbesitzer auf Lebenszeit und jetzt, als Krone für Duisburgs König Fußball Bernard Dietz: die Ehrennadel der Stadt Duisburg.

MSV-Legende Bernard „Ennatz“ Dietz mit Ehefrau Petra bei der Ehrung im Duisburger Rathaus.

Foto: Tanja Pickartz

Zahllose Freunde, Weggefährten und Bewunderer füllen das Foyer vorm Ratssaal in der ersten Etage des Rathauses. Michael Preetz und Christian Stiefelhagen für die aktuelle MSV-Führungsriege, Dietmar Linders für die Ära Dietzburg, aber auch Claudio Schlegtendal, Arzt aus Werden mit reicher Duisburg-Vergangenheit, der Dietz & Co. „alle schon mal auf dem Tisch liegen hatte“, wie er dem Verfasser nach der Premiere des Films über die „Meidericher Vizemeister“ vor zwölf Jahren verriet, wo Bernard Dietz auch dabei war, obwohl er erst sechs Jahre später zum MSV stieß. Da war Horst „Pille“ Gecks schon nicht mehr bei den Zebras, im Rathaus gehörte er trotzdem zu den ersten Gratulanten. Und natürlich Michael Bella, der Rekordspieler des MSV Duisburg, dessen Abgang 1978 Bernard Dietz so sehr bedauerte. Blechbläser der Duisburger Philharmoniker begrüßten Dietz mit einer Fanfare und spielten zum Schluss noch den Zebratwist, den es dann hoffentlich im Mai wieder im Rathaus zu hören gibt - für die Mitarbeiter ist jedenfalls schon eine Urlaubssperre verhängt ...

„Einen wie den Ennatz wird es nicht mehr geben“, sagte Franz Beckenbauer 1988 im Wedaustadion beim Abschiedsspiel von Bernard Dietz. „Die Bayern waren meine Freunde“, so Dietz: „Hätte die Saison aus 34 Heimspielen gegen die Bayern bestanden, dann wären wir ganz locker Deutscher Meister geworden.“ Dietz stand immer auf dem Platz, als Duisburg in neun Partien gegen Bayern sieben Siege erzielte, einmal unentschieden spielte und nur einmal verlor. Beim legendären 6:3 am 5. November 1977 gelangen Bernard Dietz vier Treffer - als einzigem Verteidiger der Bundesligageschichte.

„Ich bin mir sicher, dass Sepp Maier heute noch nachts schweißgebadet aus dem Schlaf hochschreckt“, so Oberbürgermeister Sören Link in seiner Ansprache. Er lobte den Malocher mit Kämpferherz, das Vorbild für Bodenständigkeit, Disziplin, Engagement, Familiensinn, Fairness und Leidenschaft. Es könne kein Zufall sein, so Link, dass „Ennatz“ immer schon wie „Einsatz“ geklungen habe, und fasste seine Laudatio zusammen in dem Spruch, den man früher auf Schulhof und Bolzplatz möglichst schnell sagen musste: „MSV! Bernard Dietz! Erster alles!“

Bernard Dietz bedankte sich bei all denen, „die mich hier in Duisburg großgezogen haben. Meine Lebensgeschichte, das ist der MSV Duisburg.“