Für Hallenbauten erhielt die Duisburger Hafengesellschaft Duisport zuletzt eher selten Applaus, siehe (oder eben nicht ...) Tiger & Turtle und Mercatorinsel. Das dürfte hier anders sein. „Als ich 2000 das erste Mal hier gestanden habe, waren die Längshallen das einzige, was noch stand vom Stahlwerk“, so der heutige Hafenchef Markus Bangen. 2023/24 war die Zeit der Kruppschen Längshallen dann endgültig vorbei. Auch die Querhallen nebenan sind wohl mindestens sanierungsbedürftig, doch die hier tätige Verpackungslogistik des Duisburger Hafens duldet gerade keine Unterbrechung.
Für Siemens Mobility, das nebenan in Uerdingen und in Neuss Züge und Straßenbahnen zusammenschraubt, kam der Abriss anscheinend zur rechten Zeit. Wie Extra-Tipp erfahren hat, soll wegen mehrerer Großaufträge der Platz knapp werden - das Uerdinger Werk an der Duisburger Straße lässt sich baulich wohl nicht mehr vergrößern. Deshalb sollen dem Vernehmen nach in der neuen Halle im Duisburger Logport I Regio-Züge montiert werden.
Matthias Wittemer aus der Münchener Siemens-Konzernzentrale hebt vor allem die hohen Standards des Hallenbaus hervor, verspricht eine langfristige Standortentwicklung und betont, es werde nicht nur eine Logistikhalle, sondern eine Montagehalle. Das freut Hafenchef Bangen, der Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Liß begrüßt und bedauert, weil sie immer mal wieder Ärger habe wegen der Lkws aus dem Hafen. Tatsächlich sei man auch hier unten an der Bliersheimer Straße recht nah an Wohnbebauung, deshalb aber umso glücklicher über die Schienenanbindung des 40.000 Quadratmeter großen Geländes.
20.000 Quadratmeter davon wird die neue Halle einnehmen. Sie bekommt innen fünf Krananlagen mit einer Traglast von jeweils zehn Tonnen sowie zwei Gleise mit einer Länge von jeweils 223 Metern. Zudem werden zwei Wartungsgruben mit einer Länge von jeweils 200 Metern eingerichtet. Durch die direkte Anbindung der Halle an das Schienennetz sei eine effiziente und umweltfreundliche Abwicklung der Logistikprozesse möglich, verspricht Duisport. Gleichzeitig würden die Lkw-Verkehre auf Logport I reduziert.
„Wertschöpfung“, so Markus Bangen, sei der Weg weg vom schlechten Logistik-Image, der hier beschritten werde, und Oberbürgermeister Sören Link bekräftigte: „Ich habe das Gefühl, die Weichen sind in die richtige Richtung gestellt.“