Mehr Zuzüge als neuer Wohnraum, Leerstand wie gehabt Stadt veröffentlicht Wohnungsmarktbericht für 2024

Mönchengladbach A · Der Wohnungsbestand in Mönchengladbach wächst – doch auch die Einwohnerzahl steigt und die Mietpreise ziehen weiter an. Das geht aus dem nun veröffentlichten Wohnungsmarktbericht der Stadt Mönchengladbach für das Jahr 2024 hervor.

Die Stadt Mönchengladbach hat ihren Wohnungsmarktbericht für 2024 veröffentlicht. Unter www.moenchengladbach.de (ins Suchfeld Wohnungsmarktentwicklung eingeben) oder per QR-Code zu finden.

Foto: Stadt MG

us der umfassenden Analyse ergibt sich „das Bild einer differenzierten Marktlage mit manchen Lichtblicken und einigen Herausforderungen“, so die Stadt.

141 008 Wohneinheiten gab es Ende 2024 in der Vitusstadt, und damit 257 mehr als im Vorjahr. Gut 80 Prozent der neuen Wohnungen wurden in Mehrfamilienhäusern realisiert, die insgesamt rund zwei Drittel des Bestands ausmachen. Das restliche Drittel besteht aus Ein- oder Zweifamilienhäusern. Ebenfalls gewachsen ist die Einwohnerzahl. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 lebten 276 340 Menschen in Mönchengladbach (+ 1 557). Mönchengladbach wächst durch Zuzüge, die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist rückläufig.

Die Wohnungsmarktentwicklung wird stark von überregionalen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst. Dabei arbeite die Stadt aktiv an mehr bezahlbarem Wohnraum, wie die Technische Beigeordnete Claudia Schwan-Schmitz betont. „Gutes Wohnen ist eine Frage der Lebensqualität und der sozialen Teilhabe. Es ist unser Anspruch, dass alle Menschen in Mönchengladbach ein passendes Zuhause finden können – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einkommen. Deshalb packen wir an: wir entwickeln Bebauungspläne, bringen Quartiersentwicklungen wie die Maria-Hilf-Terrassen voran, unterstützen die Bautätigkeit unserer städtischen WohnBau mit voller Kraft und verzeichnen Jahr für Jahr Rekorde bei der Wohnraumförderung.“

Über die sogenannte Stromzählermethode hat die Stadt zusammen mit der NEW erneut eine anonymisierte, geschätzte Leerstandsquote ermittelt. Diese lag wie im Vorjahr bei 5,1 Prozent. Zieht man die zwei Prozent ab, die erfahrungsgemäß aufgrund von laufenden Modernisierungsarbeiten leer stehen, ergibt sich ein struktureller Leerstand von gut drei Prozent aller Wohnungen. Die Reaktivierung dieser Bestandswohnungen für den Wohnungsmarkt, etwa durch umfassende Sanierungen, ist in Mönchengladbach deshalb ein ebenso wichtiger Hebel zur Steigerung des Wohnungsangebotes wie der Neubau.

Angesichts anhaltender hoher Kreditzinsen sind die Förderdarlehen des Landes im Rahmen der Wohnraumförderung zunehmend attraktiv. Beraten und bewilligt wird das Förderangebot durch die städtische Abteilung Wohnraumförderung und Wohnungsmarktentwicklung, die auch den Wohnungsmarktbericht erstellt. Mit 217 geförderten Wohneinheiten und rund 44,9 Mio. Euro wurde das Fördervolumen 2024 gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres mehr als verdoppelt (+104 %).

Abteilungsleiterin Dr. Alice Herlé betont: „Wir haben es in den vergangenen Jahren stets geschafft, mehr Fördermittel zu bewilligen, als Mönchengladbach ursprünglich vom Land zugewiesen worden waren. Jeder Euro wirkt sich positiv auf die Wohnungsmarktentwicklung in unserer Stadt aus.“ Wohnungen, die mithilfe der Förderung realisiert werden, müssen anschließend als sozial geförderter Wohnraum angeboten werden. Trotzdem sinkt der Bestand sozial geförderter Wohnungen, zuletzt von 6 305 (2023) auf 6 082 (2024), denn Jahr für Jahr fallen viele alte Wohnungen nach Ablauf einer vorgegebenen Frist aus der Mietpreisbindung.

Insgesamt sind die Angebotsmieten erneut gestiegen. Der Mittelwert (Median) lag Ende 2024 bei einem Quadratmeterpreis von 9 Euro kalt (+6,4 %). Der Anteil hochpreisiger Inserate (> 10 €/m²) stieg weiter auf über 30 Prozent. Eine Entwicklung, die insbesondere Haushalte mit niedrigem Einkommen trifft. Eine Folge davon: Umzüge werden seltener, da bei Neuverträgen meist deutlich höhere Mieten anfallen. Regional liegen die Mieten im Stadtbezirk Nord mit 9,29 €/m² am höchsten, gefolgt von Ost mit 8,89 €/m², Süd mit 8,81 €/m² und West mit 8,53 €/m².

Anders als bei den Mieten haben sich die Kaufpreise im vergangenen Jahr leicht erholt. Neue Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im Median für 3 925 Euro pro Quadratmeter angeboten (-3,4 %). Bestandsobjekte waren mit einem Quadratmeterpreis von 2 580 Euro (-1 %) im Vorjahresvergleich nur geringfügig preiswerter. Der Quadratmeterpreis für neue Eigentumswohnungen lag hingegen mit 4.342 Euro rund 3,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei Bestandwohnungen stagnierte der Quadratmeterpreis bei 2.089 Euro (-0,3 %).

Sehr dynamisch präsentiert sich die Wohnungsmarktentwicklung gemessen an den erteilten Baugenehmigungen für den Wohnungsneubau. Widersetzte sich Mönchengladbach 2023 dem landesweit rückläufigen Trend deutlich und steigerte sein Vorjahresergebnis mit 707 erteilten Genehmigungen um satte 92 Prozent, wurde dieser Höhenflug 2024 mit nur noch rund 350 genehmigten Wohnungen beendet. Für das Jahr 2025 steht schon vor der endgültigen Auswertung fest, dass dieser Wert wieder angestiegen ist.

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