Gestern Smart City Summit Niederrhein in der NEW Box Ideen für smarte Lösungen in der Stadt

Mönchengladbach · Bürgerservice auf digital, Parkhaus ohne Ticket, Verkehrsüberwachung mit Sensoren: Der Smart City Summit Niederrhein ging gestern in seine fünfte Auflage in der NEW Box im Nordpark. Fachleute und Unternehmen beschäftigten sich mit der digitalen Transformation von Kommunen.

In insgesamt 15 Fachvorträgen ging es um smarte Lösungen für Kommunen.

Foto: Katrin Chodor

Dass die Digitalisierung den Alltag ganz schön erleichtern kann, konnten die Besucher des 5. Smart City Summits in Mönchengladbach schon vor dem Betreten der smarten Messe am praktischen Beispiel erfahren: Wie in mehreren der Mönchengladbacher Parkhäuser funktioniert der Parkplatz neben der NEW Box ohne Ticket mit Auslesen des Nummernschildes. Kein umständliches Drücken von Knöpfen an der Schranke mehr, keine Sucherei des Papp-Billets vor dem Kassenautomaten. Und das Beste: Made in Mönchengladbach vom Familienunternehmen Scheidt & Bachmann. Bei dem startete dann auch ein kleiner Rundgang zu einer Auswahl der insgesamt 25 Aussteller – gemeinsam mit Oberbürgermeister Felix Heinrichs, Programmleiterin Kira Tillmanns, den Chefs von NEW, WFMG und mags, Frank Kindervatter, Dr. Ulrich Schückhaus und Jens Hostenbach, sowie der niederländischen Konsulin Willemijn van der Toorn, Leiterin der Wirtschaftsabteilung am niederländischen Generalkonsulat in Düsseldorf.

Weiter ging es mit Localmind aus Innsbruck und seinen KI-Lösung, mit individuell anpassbaren KI-Assistenten, etwa für Verwaltungen zum Beispiel zur Bearbeitung von Bauanträgen. „Wir bieten ein Chat-System zwischen Mensch und Maschine“, so Firmengründer Jeremias Fuchs.

Mönchengladbacher kennen die ticketfreien Lösungen fürs Parken von Scheidt & Bachmann unter anderem vom Parkplatz der NEW Box.

Foto: Katrin Chodor

Schon in Mönchengladbach im Betrieb sind die Sensoren der Viersener Sensor GmbH. Sie bieten die Messtechnik, um etwa im Nordpark, die Intensität von Fahrradverkehr zu messen – natürlich unter Berücksichtigung des Datenschutzes. „Wir können auch Fußgänger, Lkw oder Transporter messen“, sagt Vertriebsleiter Heiner Roeder.

Besucherzählung, mobile Zählung im Freizeitbereich, Lärmmessung, Parkplatz-Belegung oder auch Kennzeichen-Erfassung sind die Kompetenzen der LASE PeCo Systemtechnik GmbH. Die Firma kommt aus der Nachbarstadt Wesel. Gegenüber gibt es einen Stand der Fachhochschule Südwestfalen, auch sie ist bereits in Mönchengladbach tätig – mit Bienen als Datenquellen. „An vier Standorten haben wir Bienenvölker, mit denen wir per Sensortechnik Starkregenereignisse voraussagen können“, so Dozent Felix Karger.

Ebenfalls von einer Hochschule, nämlich der Hochschule Niederrhein wurde die Entwicklung einer Mixed Reality XR-Brille gezeigt. Sie soll in Schulen zum Einsatz kommen und zeigen, wie Müll richtig getrennt wird. Die Schüler können virtuellen Müll aufheben und richtig zuordnen. „Wer korrekt sortiert, bekommt eine Belohnung in Form eines virtuellen Pflanzenkeimes, der zu einer Blume heranwächst“, erklärt Mohamed Ahabbal vom Gemit Institut.

Am Ende gab es noch den Besuch beim Stand der Stadt, der dem OB besonders am Herzen lag. Hier wurde der Chatbot Vitus vorgestellt, der demnächst in über 100 Sprachen im Rahmen des Serviceportals der Stadt digital weiterhelfen kann, etwa wenn man einen neuen Personalausweis braucht. „So lässt sich Schlangestehen vermeiden“, sagt Felix Heinrichs, der die Optik von Chatbot Vitus selbst festgelegt hat: Eine Mischung aus dem Stadtwappen und einem Minion.

Zu den 25 Ausstellern zählten auch Firmen der niederländischen Nachbarn. „In den Niederlanden ist man weniger skeptisch, was den Datenschutz bei digitalen Lösungen angeht“, sagt Aldo Lodder von der deutsch-niederländischen Handelskammer. Deshalb sei man dort und auch in Skandinavien wohl schon etwas weiter.

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