Equal Pay Day - DGB und Stadt zeigen Flagge „Es ist noch ein langer Weg!“

Mönchengladbach · Anlässlich des „Equal Pay Days“ am heutigen Freitag, 27. Februar, wurde bereits am Montag vorm Rathaus eine Flagge gehisst. Das war’s. Schade, denn der symbolträchtige Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern unbezahlt arbeiten, verdient mehr Aufmerksamkeit. Der Extra-Tipp hat mit Patrick Stock vom DGB-Stadtverband und der Gleichstellungsbeauftragten Sarah Günther gesprochen.

Am Freitag, 27. Februar, war Equal Pay Day. Bereits am Montag hissten Patrick Stock (DGB), die Gleichstellungsbeauftragte Sarah Günther und OB Felix Heinrichs vor dem Rathaus Abtei eine Flagge. Foto: Andreas Baum

Foto: Baum/Andreas Baum

16 Prozent – so viel verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt weniger als Männer – und das im Jahr 2026! Der Equal-Pay-Day am heutigen 27. Februar markiert den Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich zu den Männern unbezahlt arbeiten. Ziele des seit 2008 in Deutschland begangenen Tages ist die Schärfung des Bewusstseins der Öffentlichkeit für diese Ungerechtigkeit. Das ist auch nötig, denn laut einer aktuellen Studie können 65 Prozent der weiblichen und 47 Prozent der männlichen Beschäftigten nichts mit dem Begriff „Gender Pay Gap“ anfangen.

Ein Zeichen setzen wollten darum auch Patrick Stock, Vorsitzender vom DGB-Stadtverband, und Sarah Günther, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mönchengladbach, die am Montag vor dem Rathaus Abtei zusammen mit Oberbürgermeister Felix Heinrichs eine Equal-Pay-Day Fahne hissten. Das Wetter spielte mit, Wind gab es reichlich... Und dann? Flagge hoch, Klappe zu, Affe tot. Keine Aktionen?

„Wir hatten Werbematerialien bestellt, die Flyer verteilen wir auch über unsere Netzwerkpartner“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte Sarah Günther. „Wir hatten auch bei den Händlern angefragt wegen 16-Prozent-Aktionen am Equal-Pay-Day, aber bis auf einen hatte keiner Interesse.“

Gänzlich unbemerkt bleibt der Equal Pay Day auch in Mönchengladbach wohl nicht. Spätestens am Weltfrauentag am 8. März schwingt das Thema mit. Denn der „Gender Pay Gap“ ist Teil der strukturellen Benachteiligung der Frau. „Zwei Drittel der Leute, die Teilzeit arbeiten, sind Frauen“, erklärt Patrick Stock von DGB-Stadtverband, „weil sie Care-Arbeit leisten, für die Kinder da sind, weil sie die Eltern – auch oft die vom Mann – pflegen. Und daraus ergibt sich nicht nur ein geringeres Einkommen, sondern auch Nachteile in der Karriere, eine geringere Rente, die Gefahr der Altersarmut.“

„Wir sind noch weit von einer echten Gleichberechtigung entfernt“, sagt OB Felix Heinrichs in seinem Statement zum Equal Pay Day. „Mir ist wichtig, dass die Stadt vor allem erwerbstätige Familien unterstützt. Als Arbeitgeberin Stadtverwaltung achten wir auf die Gleichstellung der Geschlechter und fördern Frauen, um Karrierewege zu eröffnen.“

Dass es selbst im Rahmen von Tarifverträgen durch Mutterschutz, Eltern- und Teilzeit zu einer „Gap“ komme, weil Frauen verzögert in die nächste Gehaltsstufe aufstiegen, dürfe dabei nicht vergessen werden, betont Günther und macht darauf aufmerksam, dass die Gleichstellungsstelle der Stadt das ganze Jahr über am Thema arbeite, wobei die Themen Lohnungleichheit, Carearbeit und Altersarmut wichtige Schwerpunkte seien. „Es ist noch ein langer Weg“, fasst Stock zusammen.

Den Advent genießen
Evangelische Kirchengemeinde Wickrathberg lädt zum lebendigen Adventskalender ein Den Advent genießen