Grün-Weiß Holt wird 100 Jahre alt Dieser Verein brachte Profis hervor

Holt (um) · Dass Vereine die 100 Jahre voll machen ist nicht so ganz ungewöhnlich in Mönchengladbach, dass sie Prominente hervorbringen dagegen schon. Grün-Weiß Holt, oder korrekter B.V. Grün-Weiß Mönchengladbach 1926 e.V., Stammverein von Star-Fußballer und Erfolgstrainer Jupp Heynckes und Bundesliga-Schiedsrichter-Assistent Mark Borsch feiert am 6. Juni Jubiläum.

Seit 2020 hat Grün-Weiß einen modernen Kunstrasen.

Foto: Grün-Weiß Holt

1956 war es, als ER die Holter Fußballbühne betrat und bis Anfang der 60-er Jahre die Fußballschuhe für Grün-Weiß Holt schnürte: Josef „Jupp“ Heynckes, Spross einer alteingesessenen Holter Familie, die samt Nichten und Neffen bis heute dem Verein treu geblieben ist. „Noch heute gibt es einmal im Jahr eine Ballspende im Namen von Jupp Heynckes“, sagt Vereinsvorsitzender Rainer Dahlmanns. 1962 entdeckte Borussia das Talent, das später als Spieler Welt- und Europameister und als Trainer Champions League-Sieg, Meisterschaft und Pokal holte und es dauerte mehr als drei Jahrzehnte, bis wieder einer von Holt aus in die große Fußballwelt hinaus trat: Mark Borsch, DFB-Schiedsrichter, pfiff als Assistent zumeist an der Seite von Felix Brych bei Olympia, Europa- und Weltmeisterschaften, Champions League und Pokal-Spielen und ist bis heute national und international im Team von Tobias Stieler unterwegs. Zu den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Vereins, am 6. Juni, hat er bereits sein Kommen zugesagt.

Aber zurück zu den Anfängen: Im Frühjahr 1926 wurde Grün-Weiß innerhalb der katholischen Jünglingskongregation als Sportabteilung gegründet – zur Freude der sportbegeisterten Holter Jugend, die auf Straßen und Wiesen unorganisiert kickte und zum Leidwesen der Eltern die Sonntagsschuhe strapazierte. Der Verein trug den Namen Roland Holt und hatte schon damals die Vereinsfarben Grün und Weiß. Der erste Sportplatz wurde in Eigenregie Ecke Aachener- und Lilienthalstraße eingerichtet. Es kam der Krieg, das Training vorübergehend auf dem werkseigenen Sportplatz der Galdbacher Wollindustrie an der Hehner Straße, die Fusion des Ballspielvereins Speick und Roland Holt zu Grün-Weiß und 1962 endlich der Umzug zur Holter Bezirkssportanlage. 1971 wurde Holt beinahe Stadtmeister, 2006 Hallen-Stadtmeister. Die Bezirksliga-Saison 2013/14 ist als die beste in die Vereinsgeschichte eingegangen. Am Ende verpasste die erste Mannschaft nur knapp den Aufstieg in die Landesliga. Seit 2020 gibt es den neuen Kunstrasenplatz. Heute ist der 400 Mitglieder starke Verein stolz auf seine Jugendarbeit und den familiären Zusammenhalt. „Wir haben viel Nachwuchs“, sagt Vorsitzender Dahlmanns, „gemessen an der Vereinsgröße“. Was heute anders ist, als zu seiner aktiven Zeit als Jugendlicher? „Zu meiner Zeit war es noch nicht so ausgeprägt, dass die Eltern als zusätzliche Trainer am Spielfeldrand standen“, sagt Dahlmanns, dessen Vater damals tatsächlich den Trainerschein hatte.

Zum Jubiläum gibt es ein neues Schild vor dem Eingang zum Vereinsheim, weiß Vorsitzender Rainer Dahlmanns.

Foto: RBAV/Ulrike Mooz

100 Jahre Grün-Weiß Holt, wird am Samstag, 6. Juni, ab 10 Uhr auf der Anlage An den Holter Sportstätten 9 mit Jugendspielen, Blitzturnier der Senioren, Empfang im Zelt und Party gefeiert. Es gibt Gegrilltes, Eis und eine Hüpfburg. Jeder ist eingeladen.