„Albert Handelmann hat über viele Jahre hinweg Verantwortung für andere Menschen übernommen. Er steht beispielhaft für diejenigen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten, weil sie sich mit Zeit, Mut, Kraft und Geduld für ihre Mitmenschen einsetzen“, würdigte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei der Feierstunde in Düsseldorf den Einsatz von Handelmann.
Albert Handelmann, geboren in Hildesheim, blickt auf eine vielseitige berufliche Laufbahn zurück. Nach einer Ausbildung zum KFZ-Mechaniker diente er bei der Bundesluftwaffe, arbeitete im internationalen Bereich der Telekommunikation und war als Gastdozent an einer Technischen Universität tätig.
Ein Wendepunkt in seinem Leben war die eigene Erkrankung am Guillain-Barré-Syndrom (GBS), einer seltenen Nervenerkrankung. Statt sich zurückzuziehen, machte er seine persönliche Erfahrung zur Grundlage eines außergewöhnlichen Einsatzes für andere Betroffene. Seit mehr als 25 Jahren engagiert er sich für Menschen mit seltenen Erkrankungen, die sich häufig allein gelassen fühlen und vor besonderen Herausforderungen stehen. Mit großem Einsatz hat Handelmann Selbsthilfegruppen aufgebaut, Betroffene zusammengeführt und ihnen eine Heimat gegeben. Er schuf Netzwerke und Anlaufstellen, in denen Menschen Gemeinschaft erfahren, Informationen erhalten und neue Kraft schöpfen können. Durch den Austausch mit Ärzten, Wissenschaftlern und Fachleuten – auch auf internationaler Ebene – trug er dazu bei, Wissen über seltene Erkrankungen zu verbreiten sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Besondere Bedeutung haben dabei die von ihm initiierten bundesweiten Informationsveranstaltungen, die Betroffene, Angehörige, Mediziner und Wissenschaft miteinander vernetzen.
„Albert Handelmann hat Brücken gebaut, den Dialog gefördert und das öffentliche Bewusstsein für die Situation von Menschen mit seltenen Erkrankungen nachhaltig gestärkt“, sagte Karl-Josef Laumann in seiner Laudatio. „Bereits vor 15 Jahren wurde sein Engagement erstmals ausgezeichnet. Doch Albert Handelmann hat nicht aufgehört, sondern seinen Einsatz konsequent fortgesetzt. Sein von Menschlichkeit geprägtes Wirken hat unzähligen Menschen geholfen und verdient höchste Anerkennung.“
Zu den ersten Gratulanten gehörten die beiden Mönchengladbacher Landtagsabgeordneten Vanessa Odermatt und Jochen Klenner, die Vorsitzende der Mönchengladbacher Senioren Union, Angelika Schürings, Vertreter der Reservisten und Selbsthilfegruppen sowie die Familie von Albert Handelmann.