Mönchengladbacher Dieter Wilms hat ein Buch geschrieben Geschichte ist sein Hobby

Mönchengladbach · Dieter Wilms wollte immer schon ein Buch schreiben. Im Ruhestand hat er ein Manuskript zu Ende gebracht, das vorher viele Jahre in der Schublade lag. „In einem Meer aus Blut und Tränen“ sind 528 Seiten deutsche Geschichte, verpackt in einer Familiensaga. Extra-Tipp verlost drei Exemplare.

Dieter Wilms: „Ich wollte immer ein Buch schreiben“.

Foto: Sarah Wilms

Dieter Wilms ist keiner, der einmal Begonnenes nicht zu Ende bringt. Und so griff er im Ruhestand wieder auf, was er 35 Jahre zuvor begonnen hatte: einen Roman über die zwei Weltkriege aus der Sicht des jüdischen Fabrikantensohns David und des Findelkindes Martin. „150 Seiten, ungefähr die Hälfte, hatte ich geschrieben und dann in die Schublade gelegt“, sagt Dieter Wilms, der hauptberuflich rund 4 000 Mönchengladbacher Fahrschülern in vier Jahrzehnten das Autofahren beigebracht hat. Seine Frau sei es gewesen, schmunzelt er, die ihm sein Manuskript beim Frühstück quasi „hingeschmissen“ hätte, mit den Worten „jetzt hast Du ja Zeit“. Und dann knüpfte er nahtlos an, wo er mehr als drei Jahrzehnte zuvor aufgehört hatte.

Wilms hat viel Historisches recherchieren müssen. „Heute geht das ja mit dem Internet viel schneller, als damals, als ich Bücher wälzen musste“, sagt er. 60 Jahre deutsche Geschichte vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik bis zur NS-Zeit mit ihren menschenverachtenden Gräueltaten schildert Wilms schonungslos. Die Schicksale von David und Martin kreuzen sich auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges, als noch niemand ahnt, dass das der Anfang des zunehmenden Wankens ist, in das das europäische Machtgefüge gerät – die Urkatastrophe als Auftakt zu gesellschaftlichen Entwicklungen, die ab den 1920er-Jahren zusehends zu weiteren Katastrophen führen.

Bis zur Fertigstellung hat Dieter Wilms eineinhalb Jahr gebraucht und dann Familie und Freunden den Lesestoff in die Hand gedrückt. „Die Begeisterung meiner Testleser hat alle Zweifel beseitigt“, sagt er. Woher er schreiben konnte? Seine Schulaufsätze hatten schon großen Anklang bei seinem Deutschlehrer gefunden. Und Dieter Wilms liest viel: Konsalik, Simmel, Harrold Robbins, Sidney Sheldon...

Das Buch ist im Selfpublishingverlag Novum erschienen, kostet 30,10 Euro und erscheint dieser Tage auch auf Englisch. Wilms‘ Traum: Wenn es jemandem in die Hände fallen würde, der Filmstoff darin sieht.