Bauprojekt Wohnraum in Schlossnähe

Meerbusch · In Meerbusch soll nur wenige Meter entfernt vom etwas abseits und ruhig gelegenen Schloss Pesch neuer Wohnraum in erstklassiger Lage entstehen. Dafür soll der leicht vorgelagerte und denkmalgeschützte Hof Pesch umgebaut und saniert werden.

Historischer Ort zwischen Strümp und Ossum-Bösinghoven: das Schloss Pesch.

Foto: renaissance Immobilien und Beteiligungen AG

An dem geschichtsträchtigen Ort sollen 22 Wohnungen mit jeweils rund 100 Quadratmeter Größe entstehen. Dieser Tage starten die Bauarbeiten, die dann Ende des Jahres 2026 abgeschlossen sein sollen. Gegenüber einem Neubau werden bei der Bestandssanierung etwa 70 Prozent weniger Baumaterial verwendet. Die renaissance Immobilien und Beteiligungen AG aus Wuppertal/Krefeld hat das Anwesen erworben und möchte hier einen besonderen Ort entstehen lassen. Das Projektvolumen liegt bei rund 20 Millionen Euro.

Der Hof Pesch war jahrzehntelang ein Ort der Kunst, eine der renommiertesten Kunstgalerien Deutschlands war hier mit ihrem Zweitsitz für 40 Jahre noch bis Ende 2025 ansässig, die Galerie Hans Mayer.

Schloss Pesch ist ein herrschaftliches Anwesen, ein ehemaliges Jagdschloss, das in den letzten Jahrhunderten Zeuge historischer Begebenheiten wurde. Prinzessinnen und Prinzen wohnten hier, die Kontakte bis zum deutschen Kaiserhaus hatten. Umgeben ist es von einem weitläufigen Schlosspark. Die Anlage liegt zwischen den Meerbuscher Ortsteilen Strümp und Ossum-Bösinghoven abseits der L386. Die Adresse lautet Schloßstraße, Hausnummern gibt es hier keine. Die gab es nie. Sie waren auch nie nötig.

Im Mittelpunkt der Anlage steht das Schloss. Dem Betrachter fällt sogleich die herrschaftliche und zugleich gefällige Architektur auf. Das dreiflügelige Haupthaus ist zweigeschossig mit 13 Fensterachsen und hohem ausgebauten Mansardendach. Umgeben ist es an der Nordseite von der ehemaligen Rentei, dem ursprünglichen Verwaltungsteil des Schlosses. Sie ist zweigeschossig mit sieben Fensterachsen, Tor, Walmdach und Uhrenturm. An der Nordost-Seite liegt die etwas zurückgesetzte, ehemalige Schlosskapelle als Rundbau. Sie zeigt die enge Verbindung zwischen dem Gutsbesitzer und der Kirche und gehört somit zum Gesamtkomplex des Schlosses. Erbaut war sie nicht nur für die Familie des Gutsbesitzers, sondern auch für dessen Hausgesinde, seine Angestellten. An der Südseite des Schlosses liegt der ehemalige, dreiflügelige Wirtschafts- bzw. Gutshof, der heutige Hof Pesch. Er ist ein Teil der Schlossanlage und gehört historisch dazu. Die offene Backsteinhofanlage beherbergte die Bediensteten, Pferde, Autos und Material. Hier stechen besonders die Schweifgiebel des Scheunentrakts hervor, die auch an anderen Höfen in der Umgebung zu finden sind. Die Hofanlage ist fußläufig vom Schloss entfernt und zeigt, dass herrschaftliches Leben und landwirtschaftliche Betätigung immer eng zusammen gehörten.

1978 wurde Schloss Pesch von den Erben des damaligen Eigentümers an eine Düsseldorfer Gruppe aus dem Kunst- und Immobilienbereich verkauft und daraufhin saniert. 1984 entstanden so 14 Luxus-Eigentumswohnungen. Unter dem Schlossrondell wurde eine Tiefgarage für die Bewohner gebaut. Zudem waren die Gebäude nun unter Denkmalschutz gestellt worden. Im Jahr 1999 wurde noch die ehemalige Schlosskapelle verkauft und im Jahr 2000 zu einem Badehaus und Wohnraum umgebaut mit Anbindung an das nebenstehende Wohnhaus, die ehemalige Rentei. Das Erdgeschoss des Schlosses ist der Hauptsitz einer internationalen Unternehmensberatung. Das Schloss und der Park sind nicht öffentlich zugänglich.