„Meerbusch, wir wollen reden“ Starkes Zeichen der Solidarität

Lank · Der Debattenabend „Meerbusch, wir wollen reden“ brachte kürzlich wieder Meerbuscher aller Altersgruppen zusammen, um unter der Moderation von Chantal Messing mit Masoud Ghahremani über die aktuelle Lage im Iran zu diskutieren.

Masoud Ghahremani und Chantal Messing diskutierten mit Meerbuscher Bürgern über die Situation im Iran.

Foto: David Block

Schüler, Lehrer, Kommunalpolitiker und viele weitere interessierte Meerbuscher, sowohl mit iranischen Wurzeln als auch ohne, hatten das Café La Pähd in Lank bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Anwesenden teilten die Hoffnung, dass der Terror im Land endet, das iranische Regime abgelöst wird und die Menschen im Iran endlich in Freiheit leben können.

Masoud Ghahremani, der deutsch-iranische Filmemacher, Politikwissenschaftler und Gast des Abends, sprach eindringlich über die aktuelle Situation im Iran. Er begrüßte die europäische Entscheidung, das iranische Regime auf die Terrorliste zu setzen, und äußerte seine Besorgnis über die anhaltende Unterdrückung und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, unter denen das iranische Volk leidet. Die Inflation habe in den letzten Jahren dramatische Ausmaße angenommen und die Menschen kämpften täglich ums Überleben. Masoud Ghahremani: „Gerade wir in Deutschland dürfen heute nicht schweigen. Wir müssen eine klare, laute und unüberhörbare Stimme für die Menschen im Iran sein, für all jene, denen ein brutales Regime mit Gewalt, Gefängnis und systematischer Angst jede Möglichkeit nimmt, sich frei zu äußern. Was dort geschieht, ist keine ferne Tragödie und kein abstrakter geopolitischer Konflikt, sondern eine der grausamsten Formen von Unterdrückung unserer Zeit.“ Auch wenn er selbst keinen direkten politischen Einfluss auf Entscheidungen in Teheran habe, habe er eine Stimme und damit eine Verantwortung. Er wollte sie nutzen, um hier in Deutschland über das Leid der Menschen im Iran zu informieren und dafür zu sorgen, dass ihr Kampf nicht im Lärm des Alltags untergeht. „Dieses Regime wirkt nach außen vielleicht noch stark“, so Gharhemani, doch in Wahrheit zeige der unerschütterliche Mut der Menschen auf den Straßen, dass seine Macht brüchig ist. „Ich wünsche mir einen Iran, in dem das Volk selbst über seine Zukunft entscheidet. Einen Iran, der frei, demokratisch und menschenwürdig ist.“

Die Diskussion war geprägt von einem starken Gefühl der Solidarität und dem Wunsch nach Veränderung. Ghahremani betonte, dass die internationale Gemeinschaft nicht nur verbal, sondern auch durch konkrete Maßnahmen an der Seite des iranischen Volkes stehen sollte. „Die Befreiung Irans bedeutet auch Freiheit für Europa“, erklärte er und forderte die Anwesenden auf, sich aktiv für die Rechte der Menschen im Iran einzusetzen.

Das Interesse an der Veranstaltung war so groß, dass kurzerhand noch alle Tische aus dem Café geräumt werden mussten, um mehr Platz zu schaffen. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, zeigte sich Chantal Messing dankbar für das Interesse an dem Format „Meerbusch, wir wollen reden“. Zudem äußerte sie den Wunsch, Gharhemanis Filmkunst bald in Meerbusch erleben zu können.

Der Abend bot auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und verschiedene Standpunkte zu teilen. Die rege Diskussion zeigte, dass das Interesse an der Situation im Iran und die Solidarität mit den Menschen dort ungebrochen sind.