Im Rahmen einer umfassenden Untersuchung der personellen und organisatorischen Einsatzstrukturen der Polizei im Kreisgebiet wurden die bestehenden Kräfteverteilungen und Einsatzbelastungen der Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss analysiert. Ziel dieser Untersuchung ist es laut Pressemitteilung, die Leistungsfähigkeit der Polizei langfristig zu sichern und gleichzeitig den Anforderungen an eine moderne, flexible und bürgernahe Polizeiarbeit gerecht zu werden.
„Mit der Untersuchung sowie der nun anstehenden Pilotphase möchten wir die Präsenz der Polizei in der Fläche stärken“, erläutert Landrätin Katharina Reinhold und ergänzt: „Mir ist wichtig, dass Polizei im gesamten Kreisgebiet bestmöglich auf der Straße präsent, für die Bürgerinnen und Bürger jederzeit ansprechbar und im Einsatzfall schnellstmöglich vor Ort ist. Wir möchten die Einsatzkräfte daher im größtmöglichen Umfang auf die Straße bringen. So ist die Polizei am besten sichtbar und auch für die Menschen ansprechbar.“
Die Analyse der kreisweiten Einsatzzahlen der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass sich das Einsatzaufkommen sehr ungleich auf das Kreisgebiet verteilt und die verfügbaren Polizeikräfte nicht in gleichem Maße ausgelastet sind. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, die vorhandenen Kräfte effizienter und flexibler auszurichten. Wie dies gelingen kann, wird seit dem 4. November 2025 durch zunächst vorübergehende organisatorische Anpassungen erprobt. So läuft bereits seit dem 4. November 2025 auf der Polizeiwache in Jüchen eine Testphase, bei der Einsatzkräfte ihren Dienst zentralisiert in Grevenbroich aufnehmen. Die Auswertung habe bislang gezeigt, dass durch diese Anpassung notwendige Dienst- und Wegezeiten zu Dienstbeginn und zum Dienstende – so mussten die Dienstwaffen zunächst in Grevenbroich abgeholt werden – reduziert werden können, ohne die Polizeipräsenz vor Ort zu reduzieren. Dies ermögliche, die Einsatzmittel durch die gewonnene Kapazität schneller, flexibler und bedarfsgerechter dort einzusetzen, wo sie tatsächlich benötigt werden. Gleichzeitig würden die Polizeikräfte für die Bürger unverändert ansprechbar bleiben. Das bedeutet, dass die Bezirksbeamten unverändert den Polizeiposten vor Ort besetzen und die Einsatzreaktionszeiten ihren Spitzenwert im landesweiten Vergleich somit behalten dürften. Außerhalb der Dienstzeiten und in den Zeiten, in denen die Bezirksbeamten im Wachbezirk unterwegs sind, laufen persönliche Kontaktanfragen vor Ort nicht ins Leere, sondern werden wie bisher über die Klingelanlage direkt an die Leitstelle der Polizei geleitet.
Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse ist vorgesehen, den Pilotbetrieb bis Ende Mai 2026 fortzusetzen und ab März 2026 auch auf die Wachbezirke in Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch auszuweiten, um die polizeiliche Aufgabenerfüllung kreisweit zu verbessern. Die Erkenntnisse werden während der Pilotphase dauerhaft evaluiert, heißt es von Seiten der Kreispolizei. Nach Abschluss solle dann eine Entscheidung über eine dauerhafte Struktur getroffen werden. Auch im Rahmen dieser Erweiterung bedeute dies für die Bürger, dass die Polizei weiterhin und unverändert an den Standorten rund um die Uhr erreichbar bleibt. „Die Maßnahmen dienen ausdrücklich nicht dem Abbau von Polizeipräsenz, sondern der Stärkung der Einsatzfähigkeit und der bestmöglichen Präsenz der Polizei auf der Straße“, macht Landrätin Katharina Reinhold deutlich.
Für den Wachbezirk Meerbusch bedeutet dies für die Dauer der Pilotphase konkret, dass die Einsatzfahrzeuge künftig zentral in Kaarst starten. Der örtliche Bezirksdienst werde nach wie vor von der Holbeinstraße in Büderich aus Dienst versehen und in sämtlichen Stadtteilen unverändert präsent sein. Hier wird im Rahmen des Pilotbetriebs noch geprüft, ob und wie der Standort zusätzlich rund um die Uhr besetzt wird, heißt es. Die polizeiliche Präsenz bleibe unverändert gewährleistet.