In absoluten Zahlen wurden im vergangenen Jahr 28 790 Straftaten im Kreisgebiet registriert, 2024 waren es noch 30 954. Die Aufklärungsquote ist dabei mit 53,7 Prozent (Vorjahr: 51,8 Prozent) weiterhin hoch und liegt genau im NRW-Landesdurchschnitt. „Mehr als die Hälfte der angezeigten Straftaten konnte damit geklärt werden“, freute sich Landrätin Katharina Reinhold bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr. Sie betonte: „Auch in 2025 lebten die Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Kreis Neuss sicher.“
Besondere öffentliche Aufmerksamkeit genossen natürlich auch 2025 die Tötungsdelikte. Insgesamt gab es derer 17 im Kreisgebiet (2024: 16), davon elf Versuche. Drei Taten wurden hier strafrechtlich als Mord bewertet, elf als Totschlag und zwei als fahrlässige Tötung, zudem gab es einen Schwangerschaftsabbruch. Mit 70,6 Prozent lag die Aufklärungsquote hier allerdings deutlich unter dem Vorjahr (93,8 Prozent).
Wie in den Vorjahren haben Diebstahlsdelikte den größten Anteil an der Gesamtkriminalität (40,2 Prozent), es folgen Rohheitsdelikte (17,3 Prozent), Vermögens-/Fälschungsdelikte (14,9 Prozent), strafrechtliche Nebengesetze (5,4 Prozent), Sexualdelikte (1,9 Prozent) und die Tötungsdelikte (<0,1 Prozent). Auf sonstige StGB-Verstöße entfallen 20,2 Prozent. Da sich gerade die Diebstahlsdelikte schwer aufklären lassen (Aufklärungsquote: 24,8 Prozent), wirbt Christian Kampa, Direktionsleiter Kriminalität, für Prävention: „Wir stellen zum Beispiel häufig fest, dass Autos nicht abgeschlossen oder Fahrräder nicht mit guten Schlössern gesichert werden. Hier kann jeder schon ohne großen Aufwand selbst etwas zur Diebstahlsvorbeugung beitragen.“ Auch Fahrradcodierungen und Beratungen zu Einbruchsschutzmaßnahmen biete die Polizei durchgängig an.
Im Jahr 2025 wurde auch wieder eine Vielzahl an Ermittlungskommissionen (EK) eingerichtet, wodurch einige umfangreiche Fälle aufgeklärt werden konnten. Exemplarisch sei hier die EK Asia genannt, die im Mai sechs des Wohnungseinbruchs Tatverdächtige festnehmen konnte, von denen vier in Untersuchungshaft gingen. Die EK Debit wiederum nahm im Mai ihre Arbeit auf, um Betrüger festzunehmen, welche Schock- und Betrugsanrufe durchführten. Im Oktober konnten hier 25 Durchsuchungsbeschlüsse und sechs Haftbefehle in NRW vollstreckt werden.
Auch in Meerbusch ist die Gesamtkriminalität im vergangenen Jahr wieder gesunken – das dritte Jahr in Folge. Insgesamt wurden 2 376 Straftaten erfasst (2024: 2 575, -7,7 Prozent). Diebstahlsdelikte bildeten mit 39,5 Prozent auch hier den größten Anteil, 22,3 Prozent machten sonstige Straftaten gegen das StGB aus und 16,5 Prozent waren Rohheitsdelikte. Der Betrug ging zurück (-88 Fälle, -23,1 Prozent), ebenso der Fahrraddiebstahl (-49 Fälle, -25 Prozent). Fallzunahmen gab es bei Nötigung (+32 Fälle, +80 Prozent) und Ladendiebstahl (+31 Fälle, +49,2 Prozent).
Insgesamt blieb die Aufklärungsquote aller Delikte in Meerbusch mit 44,5 Prozent auf Vorjahresniveau (44,8 Prozent) – und damit die niedrigste im Rhein-Kreis Neuss.