Der Bahnsteig wird bereits seit rund zehn Jahren mit einer temporären Hilfskonstruktion aus Stahl gestützt. Zudem entspricht er nicht mehr den heutigen Standards der Barrierefreiheit. Das alles soll aber bald Vergangenheit sein. Ziel der Rheinbahn ist es, alle Haltestellen nach und nach so auszubauen, dass sie den Mobilitätsbedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen und den neusten baulichen Standards entsprechen. In Hoterheide entsteht zunächst ein provisorischer Bahnsteig, an dem die Fahrgäste während der Bauarbeiten weiterhin in die Linie U76 einsteigen können. Dann wird der alte Bahnsteig abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der neue Mittelbahnsteig wird in Fertigteilbauweise erstellt und entsteht in gleicher Lage, um etwa 1,25 Meter verschoben. Die Verschiebung ist nötig, weil die derzeitige Rampe keine Zwischenpodeste enthält. Für die aktuellen Standards der Barrierefreiheit werden diese jetzt eingebaut, ebenso wie Bodenindikatoren für ein barrierefreies Leitsystem – damit sind die aktuellen Anforderungen der „Gestaltungsstandards zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse für mobilitätsbehinderte Menschen“ der Landeshauptstadt Düsseldorf erfüllt, die für alle Haltestellen der Rheinbahn gelten. Außerdem wird der Bahnsteig um zehn Meter auf 70 Meter verlängert, damit in Zukunft auch längere Bahnen hier halten können und somit die Kapazität erhöht werden kann. Um eine erneute Beschädigung der tragenden Konstruktion durch Taumittel-Einsatz zu vermeiden, erhält der Bahnsteig eine Abdichtung auf den Fertigteilen.
„Wir schaffen hier in Hoterheide eine inklusive Haltestelle, die alle Menschen komfortabel nutzen können. Wir freuen uns, dieses Projekt gemeinsam mit der Stadt Meerbusch umzusetzen und den ÖPNV hier weiter zu stärken“, erklärt Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe. Auch Bürgermeister Christian Bommers begrüßt die Erneuerung: „Ich freue mich sehr, dass damit das ÖPNV-Angebot in unserer Stadt von noch mehr Menschen genutzt werden kann.“
Mit dem Ersatzneubau verbunden ist auch eine umfangreiche Anpassung der Signal-, Gleis- und Fahrleitungsanlagen sowie der Rad- und Gehwege. Auch der Bahnübergang und die Schrankenanlage werden vollständig erneuert. Der Zugang zum Bahnsteig erfolgt zurzeit mittig zwischen den Gleisen und Schranken und nach dem Umbau auf der Nordseite von der Straße „Schiefelberg“ und auf der Südseite von der P+R-Anlage her. „Die Rheinbahn nutzt auch dieses Projekt, um die Qualität ihres Angebots nachhaltig zu verbessern. So können die Fahrgäste den Bahnsteig zukünftig auch bei geschlossenen Schranken von einer Seite erreichen. Da der Bahnsteig nach Westen um zehn Meter verlängert wird, verändert sich dadurch auch die Lage der Treppe. Auch die Entwässerung des Bahnsteigs und der Rampe wird erneuert, mit einem Anschluss an das öffentliche Entwässerungssystem“, erläutert Stephanie Zweig, Bereichsleiterin Infrastruktur bei der Rheinbahn.
Die Gesamtkosten der Maßnahme, für die die Rheinbahn beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr einen Förderantrag im Förderprogramm „Grunderneuerung der kommunalen Schiene“ gestellt hat, betragen über 5 Millionen Euro. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich ein Jahr. Sie sind in vier Phasen unterteilt, zu denen die Rheinbahn im Vorfeld rechtzeitig ausführliche Informationen zu den Auswirkungen veröffentlichen wird: Ab sofort bis Juni laufen die Vorbereitungen und die Bauarbeiten für die Ersatzhaltestelle. Daher kommt es von Freitag, 15. Mai, bis Montag, 18. Mai, 4 Uhr, zu einem ersten Sperrwochenende für die Linien U70 und U76, die dann an der Haltestelle „Düsseldorf, Lörick“ enden und durch Busse ersetzt werden.