Peru-Ausstellung jetzt am Bildschirm Komplett digital - um 360 Grad

Krefeld · Die spektakuläre Ausstellung „Peru - ein Katzensprung“ kann jetzt jeder vom häuslichen Bildschirm aus betrachten - und zwar in 360 Grad Rundumschau. Neuster Service des Textilmuseums Linn.

Blick in die virtuelle Ausstellung: Ein Klick auf die blauen Punkte - und das Ausstellungsobjekt erscheint links im Fenster in Großformat mit erklärenden Texten.

Blick in die virtuelle Ausstellung: Ein Klick auf die blauen Punkte - und das Ausstellungsobjekt erscheint links im Fenster in Großformat mit erklärenden Texten.

Foto: Müller/Sreenshot Müller

Andrea Sturm fährt mit der Maus über ihren Bildschirm. Dort sind die Ausstellungsräume des Deutschen Textilmuseums Linn zu sehen. Mit jeder Bewegung der Maus dreht sich das Bild. Auch rundherum, 360 Grad. Alle Ecken der Säle sind problemlos einsehbar. Als stünde der Betrachter mitten im Raum und drehte sich einmal um sich selbst herum.

Die Ausstellung, die Andrea Sturm am Bildschirm betrachtet, ist in Wirklichkeit längst abgeräumt. Es ist „Peru - ein Katzensprung“, die spektakuläre Schau uralter Stoffe und Kleidungsstücke aus dem antiken Peru. Sogar der peruanische Botschafter kam nach Krefeld, um sie zu sehen. Auf der Homepage des Textilmuseums lebt sie nun quasi „in echt“ wieder auf. Für jeden abrufbar, ganz ohne Eintritt zu zahlen, von jedem Rechner der Welt aus. Nicht nur Lateinamerikaner werden sich freuen. 

Ermöglicht und finanziert wurde die 360 Grad-Aufnahme vom Krefelder Wirtschaftsdezernat. „Wir verfolgen das Ziel einer smart city und wollen die Digitalisierung zum Nutzen der Stadt und ihrer Bürger einsetzen“, erklärt Markus Lewitzki, Referent für smart city. Somit sind die Fachleute stets auf der Suche nach sinnvollen Projekten.

„Wir haben den 360 Grad-Scan zum erstenmal ausprobiert“, freut sich Museumsdirektorin Dr. Annette Schieck über den gelungenen Probelauf. „Künftig möchten wir das Verfahren im Nachgang der großen Ausstellungen, die viel Vorbereitung benötigen, immer anwenden“. Vorteil: auch Menschen, die nicht mobil sind, können sich die Ausstellung anschauen. Zudem bleibt sie auch für spätere Generationen konserviert. 

Andrea Sturm, Mitarbeiterin im Textilmuseum, hat das Rohmaterial am Computer bearbeitet. „Ich habe 64 Informationspunkte eingebaut“, verweist sie auf die blauen Punkte im Bild. Klickt man darauf, erscheint ein Fester mit der Großaufnahme des betreffenden Ausstellungsstücks sowie ein erklärender Text. Praktischer gehts nicht.

Natürlich wird dadurch der umfangreichere Katalog in Buchform nicht überflüssig. Aber ein enormer Schritt in Richtung digitalisiertes Museum ist getan. Wer es einfach mal anschauen möchte: www.deutschestextilmuseum.de