Wo Heimat zu Hause ist Standort in der Seidengalerie

Krefeld · In der Seidengalerie, im Herzen der Innenstadt, hat der Verein für Heimatkunde ein Domizil bezogen. Er bietet den Mitgliedern einen Standort und steht jedem Bürger zu Besuchen offen.

Der neue Standort in der Seidengalerie: Vereinsvorsitzender Jörg Enger (r.) und die Vorständler Martina Dors, Birgit Schmitz und Joachim Watzlawik laden Passanten und Besucher gerne zu einem Gespräch ein. Foto: Müller

Foto: Müller

Jörg Enger und seine Mitstreiter haben es sich gemütlich gemacht. Der Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde und die weiteren Vorständler gießen sich eine Tasse Kaffee ein oder bevorzugen ein Wässerchen. Sie sitzen in ihrem neu bezogenen Domizil in der Seidengalerie am Ostwall und freuen sich, wenn Passanten hereinschauen, ebenfalls ein Tässchen genießen und ein Gespräch über die gemeinsame Heimat Krefeld beginnen.

„Unserem Verein fehlte bisher die Öffentlichkeit“, erklärt Beisitzer Joachim Watzlawik. Zwar hat der Verein nach wie vor eine feste Adresse im Stadtarchiv an Girmesgath 120. Aber ein Treffpunkt für die rund 500 Mitglieder und interessierte Bürger mitten in der City fehlte. Ein solcher ist nun in einem Ladenlokal der Seidengalerie gefunden. Hier können sich die Mitglieder zu Versammlungen treffen und auch Besucher begrüßen. Gestern war feierliche Einweihung.

„Wir möchten unseren Verein stärker darstellen“, bekräftigt Vorsitzender Enger. Seine publikumswirksamste Leistung ist die jährliche Herausgabe des Krefelder Jahrbuchs „Die Heimat“. In diesen dicken Bänden, die seit 1921 erscheinen, berichten qualifizierte Autoren über Gesellschaft, Geschichte, Landschaft und Literatur der Seidenstadt und des Niederrheins. Die Reihe ist ein historisches Gedächtnis der Stadt.

Aber der Verein möchte noch stärker in die Stadtgesellschaft hineinwirken. „Wir denken an Sprachkurse für Krefelder Platt, an Führungen zu Themen in der Stadt und an Vorträgen zu heimatlichen Sachverhalten“, wirft Enger den Blick nach vorn. Auch die Jugend möchte der Verein einbeziehen. So soll für die Kinder das heimatbezogene Heft „Spulchen“ ganz neu überarbeitet werden, damit es auch die heutige Generation der Kinder anspricht. „Wir möchten daran mitwirken, dass Krefeld als Heimat wahrgenommen wird“, fasst Enger die Ziele zusammen.

Dazu trägt der neue Treffpunkt in der Stadtmitte bei. Hier können die Besucher in alten Bänden der „Heimat“ blättern, mit den Vereinsmitgliedern über Krefeld plaudern oder gerne auch Vorschläge zu heimatlichen Tätigkeiten unterbreiten.

Die Idee zu einem solchen Treffpunkt entstand auf dem letzten Weihnachtsmarkt. Da blieben viele Bürger am Stand des Vereins stehen. Es knüpften sich interessante Gespräche an und einige Passanten traten auch dem Verein als neue Mitglieder bei. Jetzt gibt es in der Seidengalerie einen festen Stand das ganze Jahr über.

Noch müssen die Öffnungszeiten organisiert werden. Das ist auch eine Personalfrage. Vorerst wird das Ladenlokal mittwochs zwischen 15 und 18 Uhr sowie samstags zwischen 11 und 14 Uhr besetzt sein. Zu desen Zeiten ist jeder Besucher willkommen.

Ansonsten freuen sich die Mitglieder auch über Besucher zu ihrem Stammtisch bei Gleumes jeden zweiten Mittwoch im Quartal um 18 Uhr. Auch dort ist Heimat zu Hause.