„Wir haben in Krefeld eine große Vielfalt an Kulturangeboten,“ resümiert die Kulturbeauftragte Dr. Katherina Leiska erfreut. Leider jedoch sind diese nicht allen Bürgern bekannt.
Deshalb haben sich 19 Einrichtungen zu einer gemeinsamen Aktion zusammengefunden. Sie heißt „Kulturtüte“ und erinnert ein wenig an die alte Schultüte, die auch süße Überraschungen barg.
Das Stadtmarketing ermuntert die Krefelder, sich unter der E-Mail-Adresse „[email protected] zu melden. Sodann schickt das Amt drei oder vier Termine zu kulturellen Veranstaltungen. Diese kann der Interessent kostenlos wahrnehmen.
Allerdings erhält er zunächst nur die Termine selbst. Welche Veranstaltungen sich dahinter verbergen, erfährt der Interessent erst später. Das ist Absicht: „Die Teilnehmenden sollten Entdeckerlust mitbringen“, lächelt die Leiterin des Marketingamtes Claire Neidhardt voller Vorfreude. Schließlich soll die Vielfalt der heimischen Kultur erkennbar werden. Rund 30 Termine stecken bisher in der Tüte.
Nun wird nicht jeder Termin für den Interessenten passen. Deshalb erhält jeder Teilnehmer eine Einladung zur großen Auftaktveranstaltung am 17. April um 16 Uhr im Südbahnhof. „Sie fungiert als Tauschbörse“, erklärt Neidhardt. Die Teilnehmer können untereinander die Termine tauschen und somit auch ihr persönliches Programm mit beeinflussen.
Die Tauschbörse ist ein wichtiger Bestandteil der Aktion. Denn Claire Neidhardt verfolgt neben der Präsentation der kulturellen Vielfalt noch ein zweites Ziel: „Die Menschen sollten miteinander ins Gespräch kommen.“ Es geht auch darum, sich gegenseitig kennenzulernen, als Stadtgesellschaft eine Identität zu entwickeln. Ein seit Jahren angestrebtes Ziel des Marketingamtes.
„Bei den Kulturangeboten sprechen wir vor allem drei Zielgruppen an“, präzisiert Dr. Leiska.
Zum einen Großeltern mit ihren Enkeln. Für sie sind auf der zentralen Homepage www.krefeld.de/kulturtuete bereits vier Termine mit ihren Inhalten veröffentlicht. Damit die Erwachsenen die Kinder darauf einstellen können.
Als zweite Zielgruppe werden Studenten angesprochen. Sie kommen häufig aus anderen Städten und Gegenden nach Krefeld und sollen die Schätze ihres Studienortes kennen lernen.
Zum Dritten wendet sich die Aktion an Singles, die niemanden haben, der mit ihnen eine kulturelle Veranstaltung besuchen würde. Sie können sich unter der Rubrik „Kulturkumpel“ anmelden und erhalten Termine, zu denen sie in Gruppen gehen können.
Manche der angebotenen Veranstaltungen sind eigens für die Kulturtüte entworfen. So bietet das Haus der Seidenkultur einen musikalischen Workshop, in dem unter dem Titel „Wie klingt Krefeld?“ ein akustischer Erkundungsgang durch die Stadt erfolgt. Die Musikschule bereitet für die „besonderen“ Besucher eine Einführung in die vielen Möglichkeiten vor, die die Schule bietet. Andere Kultureinrichtungen wollen einen Blick hinter die Kulissen erlauben. Jeder Termin ist anders. Es geht ja darum, die Vielfalt zu präsentieren.
Anmeldeschluss zum Mitmachen ist der 15. April. Die Besuchstermine liegen dann zwischen den Oster- und Sommerferien. Maximal 100 Personen können teilnehmen. Wer also Lust auf Entdeckungen hat, sollte nicht lange zögern. Die Kulturtüte ist gefüllt mit Überraschungen.