Das zweite Finale Gänsehaut in Schwarz und Gelb

Kassel/Krefeld · Die Krefeld Pinguine gewinnen auch das zweite Finalspiel gegen die Kassel Huskies. Und die Fans der Schwarz-Gelben sind völlig aus dem Häuschen.

Foto: Zellen

Es ist 15.45 Uhr an diesem Finalsonntag, als wir die Pforte der Probonio-Arena zu Kassel passieren. Aus dem Inneren drängen Gesänge nach außen, die bekannt sind und sogleich die Vorfreude auf das, was bevorsteht, steigern. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist der Gästeblock der Pinguine proppenvoll. Die Anhänger vom Niederrhein sind (wie immer) in Sangeslaune und zaubern Endspiel-Atmosphäre in die Halle der Nordhessen. Wo das Auge auch hinblickt, nahezu überall sind Fans des KEV zu entdecken. Auch Ehrenspielführer Uwe Fabig, einer der Aufstiegshelden von 1991, ist mit Freunden und Weggefährten nach Kassel gekommen. Ebenso Meister-Pinguin Christian Ehrhoff. „Das hier ist schon faszinierend“, sagt er im Gespräch mit dem Extra-Tipp.

In der Husky-Lounge unter der Haupttribüne bereiten sich derweil Hauptgesellschafter Peer Schopp mit seinen Mitstreitern Tobias Polka, Matthias Voigt und Marc Wirichs auf den nahenden Spielbeginn vor. Sie wirken vorsichtig optimistisch und haben, wie auch ihre spielenden Angestellten, in Teilen auch leicht abergläubische Züge. „Mit den Schuhen und der Hose haben wir noch kein Play-off-Spiel verloren“, verrät Peer Schopp breit grinsend.

Und dann gehts raus zu den Plätzen. Die geballte Pinguine-Power ist in den „A-Blöcken“ zu spüren. Die wenigen Anhänger der Huskies, die zwischen den Schwarz-Gelben sitzen, zeigen sich beeindruckt. „Machen Eure Leute immer so einen Lärm?“, werden wir von einer Dame gefragt. Unsere Antwort: „Das wird noch lauter.“ Und so kommt es auch. Denn die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Popiesch kommt nach einer anfänglichen Druckphase der Hausherren immer besser in Fahrt. Max Newton gleicht bis zur ersten Drittelpause den Rückstand aus. Im Mittelabschnitt stellen Adam Payerl und Mark Zengerle auf 3:1. Die Fans vom Niederrhein flippen aus, sind begeistert von ihrem Team und erhalten zunehmend Lob von den Anhängern der Gastgeber. Ohnehin: Die Stimmung ist gelöst. Schwarz-Gelbe und Blau-Weiße vermischen sich in Grüppchen, tauschen sich aus und haben Spaß. Genau so, wie es sich unter Eishockeyfans gehört. Auch das macht dieses Finale so großartig. Polizeibeamte sind wirklich nur zu finden, wenn man sie sucht. Alles ist friedlich. Toll!

In den letzten 20 Minuten lassen die Pinguine nichts mehr anbrennen, dominieren das Geschehen und versüßen dieses zweite Finale mit einem Empty-net-Treffer zum 4:1. „Keiner kann uns stoppen, KEV“, schallt es aus geschätzt 500 Krefelder Kehlen. Der zehnte (!) Play-off-Sieg in Folge ist in trockenen Tüchern. Und eines ist gewiss. Nicht nur Pinguine-Boss Peer Schopp wird am Dienstagabend sicherlich wieder in seiner Erfolgshose sowie den passenden Schuhen in der Yayla-Arena zu sehen sein. Seinen Aberglauben teilen viele Fans, die derzeit auf einer schwarz-gelben Welle des Erfolgs und der Euphorie reiten.

Morgen geht es weiter, Spiel 3 an der Westparkstraße. Krefeld fehlen noch zwei Siege für den ganz großen Coup, die DEL 2-Meisterschaft.