Hodan (18) trägt das schwarze T-Shirt der Mobilen Jugendhilfe. Sie findet es „super gut, dass uns geholfen wird“. Die Schülerin der Gesamtschule Espenstraße kommt seit zwei Jahren regelmäßig zum Gelände der städtischen Einrichtung: „Es ist schön, dass die Stadt uns Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung anbietet.“
Trotz des immer wieder einsetzenden Regens packt sie an diesem Freitag kräftig mit an und hilft den ehrenamtlichen Helfern der Volksbank im Rheinland eG bei der dringend benötigten Neugestaltung des Außengeländes. Das liegt etwas versteckt hinter einer Gebäudezeile an der Rheydter Straße und ist nur durch eine schmale Zufahrt zu erreichen.
An zwei Tagen sind diesmal acht Beschäftigte der Mönchengladbacher Genossenschaftsbank im Rahmen ihres ehrenamtlichen Projekts „Wir helfen“ im Einsatz und unterstützen das städtische Team. Einer von ihnen ist Roland Schlößer: „Das ist sicher schon der fünfte oder sechste Einsatz. Ich mache das immer gerne. Diesmal bin ich sozusagen der Mann fürs Grobe.“ Sein Kollege Stephan Kincaid ist ebenfalls zum wiederholten Mal dabei. „Das ist mal etwas anderes. Ich kann nicht immer nur ruhig dasitzen“, meint der IT-Experte der Volksbank im Rheinland eG.
An diesem ersten Tag sind die Ehrenamtlichen mit Spaten, Sägen und Astscheren im Einsatz, um einen Hügel von Büschen und überhängenden Ästen jenseits des Zauns zu befreien. Währenddessen schafft Bankerin Claudia Dickhof den Grünabfall schubkarrenweise zu einem Anhänger. „Mir macht das hier großen Spaß. Sonst wäre ich nicht hier“, kontert sie lachend die Frage nach der Motivation ihres ehrenamtlichen Engagements.
Anna-Marie Papadopoulou leitet die Mobile Jugendhilfe seit 2022. Sie ist beeindruckt von dem Projekt „Wir helfen“: „Das kannte ich bisher gar nicht und wäre selbst nicht darauf gekommen.“ Der Kontakt zur Volksbank kam über die Bezirksjugendpflegerin Simone Houben zustande. „Sie kennt den Vorsitzenden des Betriebsrates, Andreas Ewerhardy“, erklärt sie. „Ich bin von der uneigennützigen Hilfe total begeistert.“ Sie und ihre Kollegen haben für Getränke und Kekse gesorgt, die sie mit zwei Bierzeltgarnituren unter einem Pavillon bereitgestellt haben. Der Generalbevollmächtigte der Genossenschaftsbank, Sven Frauenkron, stellt noch einen Karton mit Müsliriegeln dazu.
Andreas Ewerhardy hatte auch diesmal kein Problem, im Kreis der Kolleginnen und Kollegen freiwillige Helfer zu finden: „Unser Projekt ist vor vielen Jahren aus dem Wunsch heraus entstanden, auch außerhalb unserer Arbeit in der Bank etwas für die Menschen in der Region zu tun. Statt Geld zu spenden, setzen wir unsere Muskelkraft ein. Außerdem bringen wir die nötigen Arbeitsmaterialien und -geräte mit.“ Unter anderem sei bereits eine Ladung Rindenmulch der Firma Boers aus Schwalmtal angeliefert worden.
Die Banker haben sich für die zwei Tage viel vorgenommen: Der Hügel wird nach dem Roden mit Lavendel bepflanzt, und es werden zwei Hochbeete für Kräuter angelegt. Außerdem wird eine Wand gesäubert und anschließend weiß gestrichen.
Andreas Ewerhardy genießt sichtlich das lockere Miteinander: „Der Austausch mit den Menschen vor Ort ist immer bereichernd. Wir erleben die Region aus einer anderen Perspektive. Außerdem trägt die ehrenamtliche Arbeit intern dazu bei, dass sich die Kolleginnen und Kollegen untereinander besser kennenlernen.“