Extra-Tipp war bei den Rückepferden im Hardter Wald Mit Paula und Eliot „im Holz“

Hardt · Statt Traktor mit Seilwinde schickt mags-Förster Werner Stops jetzt Daniel Proske mit seinen zwei Kaltblütern Eliot und Paula zum Holzrücken in den Wald – zunächst probehalber. So wird der Wald besonders schonend gepflegt. Extra-Tipp war im Hardter Wald dabei.

Daniel Proske befestigt den Baumstamm mit einer Art Eisenklammer. Dann kann es losgehen.

Foto: Andreas Baum

Man hört leises Schnauben, Ketten klirren und Baumstämme rumpeln über andere Baumstämme, es riecht nach Pferd und Fichtenholz, Daniel Proske gibt leise Anweisungen. Am Donnerstagmorgen sind Paula, 13, und Eliot, 14, die beiden Pferde der Rasse Comtois, zusammen angespannt, weil die Baumstämme, die im Hardter Wald gezogen werden sollen, besonders schwer sind. „Und der Weg ist mit 80 bis 100 Metern auch länger als sonst“, sagt mags-Förster Werner Stops. Normalerweise sei die Rückegasse eher rund 40 Meter lang.

Paula und Eliot sind sogenannte Rückepferde, die im Wald Baumstämme ziehen, Reisig von den Flächen räumen und die Erde auflockern, was man in der Förstersprache „Bodenverwundung“ nennt. Die zwei kommen mehrere Wochen lang jeden Morgen mit ihrem Besitzer Daniel Proske aus Solingen in den Hardter Wald gefahren, um dort im Wechsel oder zu zweit bis zu 250 Stämme täglich aus dem Gehölz bis zum Weg zu ziehen und dort ordentlich nebeneinander abzulegen. Daniel Proskes Pferde arbeiten maximal zwei Stunden am Stück – immer im Wechsel. Danach geht’s mit Decke in den Pferdeanhänger, wo Wasser und frisches Heu auf sie warten. „Für uns ist hier gelobtes Land – alles flach“, freut sich Proske, der auch im Bergischen unterwegs ist. Der Weg nach Mönchengladbach ist für ihn vergleichsweise nah.

Paula und Eliot ziehen den Stamm durch die Rückegasse bis zum Hauptweg – hier Fichtenstämme, die dem Borkenkäfer zum Opfer fielen.

Foto: Andreas Baum

Dass die Arbeit, die zuvor mit schweren Maschinen gemacht wurde, wieder von Pferden verrichtet wird, ist die Verbindung von Tradition und modernem Naturschutz. mags hat sich bewusst für den Einsatz von Rückepferden entschieden, weil die Tiere etwas können, was Maschinen nicht schaffen: Sie bewegen sich mit Feingefühl durch den Wald und schonen den Boden. Oder anders gesagt: Maschinen verdichten den Waldboden, und davon erholt sich die Natur nur langsam. Rückepferde dagegen werden mit ihren vergleichsweise „leichten“ 850 Kilo Lebendgewicht bei ihrem Einsatz zu Bodenschützern.

Einwandfreie Haltung, Zustand der Pferde: Einmal im Jahr wird geprüft und dann gibt es das RAL-Zeichen für Pferdehaltung. Auch Erste Hilfe für Pferde muss Daniel Proske können.

Foto: Andreas Baum

Doch das ist nicht der einzige Vorteil: Mittelfristig ist der Einsatz von Rückepferden auch kostengünstiger als der Unterhalt eines Maschinenparks samt Diesel und Instandhaltungskosten. „So ein Kaltblut kostet rund 200 Euro im Monat für Futter, Schmied und Tierarzt“, sagt Daniel Proske, der Paula und Eliot natürlich auch dann trainieren muss, wenn es im Sommer ruhiger ist, und nur hin und wieder mal eine Obstwiese aufgeräumt werden muss. „Alles andere wäre unverantwortlich“, sagt er.

Comtois können dauerhaft ein Drittel ihres eigenen Gewichts ziehen. Kurzfristig sogar deutlich mehr. Am Donnerstag ist der Arbeitseinsatz nicht so ganz „gerecht“ zwischen den beiden Vierbeinern aufgeteilt. Während Paula eher gechillt „ein bisschen“ zieht, legt sich Eliot richtig ins Zeug und ist kaum zu bremsen... „Das ist nicht jeden Tag gleich“, lacht Daniel Proske.

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