. Am Morgen hört man das Schnauben eines Pferdes und das Knacken von Ästen. Elliot, ein großes Kaltblut, zieht einen Baumstamm durch den Wald. Kein Motorenlärm, kein Gestank – nur das rhythmische Geräusch von Hufen auf Waldboden.
Elliot ist kein gewöhnliches Pferd. Mit seinem Besitzer Daniel Proske arbeitet er als Rückepferd. Ihre Aufgabe: Gefällte Bäume aus dem Wald holen, ohne die Natur zu verletzen. Elliot bewegt sich mit einer Ruhe und Präzision, die beeindruckt. Wer dem Kaltblut und Daniel Proske bei der Arbeit zusieht, merkt sofort: Hier geht es nicht nur um Holz, sondern um Respekt.
mags hat sich bewusst für den Einsatz von Rückepferden entschieden, weil diese Tiere etwas können, was Maschinen nicht schaffen: Sie bewegen sich mit Feingefühl durch den Wald und schonen den Boden. Oder anders gesagt: Maschinen verdichten den Waldboden, Rückepferde werden bei ihrem Einsatz zu Bodenschützern. Während schwere Technik oft Spuren hinterlässt, bleibt nach Elliots Arbeit nur ein sanfter Abdruck im Waldboden zurück. „Wir sprechen hier von hoher Bestandespfleglichkeit. Zum einen schonen die Rückepferde die Naturverjüngung. Zum anderen werden die Wege im städtischen Forst geschont, die vielen Spaziergängern der Naherholung dienen“, sagt mags-Revierförster Werner Stops. Des Weiteren können Rückepferde auch im schwierigen Gelände und bei problematischen Bodenverhältnissen eingesetzt werden.
Hinzu kommt, dass Rückepferde Tradition mit moderner Verantwortung verbinden – sie sparen über die Jahre viele Liter Diesel ein und zeigen, dass nachhaltige Forstwirtschaft auch heute möglich ist. Mit dem Einsatz der Rückepferde geht mags einen Schritt in Richtung nachhaltiger Forstwirtschaft und testet, ob traditionelle Methoden auch heute eine moderne und umweltfreundliche Alternative sein können.
Die 850 Kilogramm schweren Kaltblüter der Rasse Comtois können dauerhaft ein Drittel ihres eigenen Gewichts ziehen. Kurzfristig sogar deutlich mehr. Die Arbeit ist schweißtreibend, keine Frage. Darum ist beim Holzrücken Teamwork unerlässlich. Daniel Proske arbeitet seine Pferde maximal 2 Stunden am Stück – immer im Wechsel. Danach geht’s mit Decke in den Pferdeanhänger, wo Wasser und frisches Heu auf die Kaltblüter warten. Außerdem hält er seine Tiere das ganze Jahr über fit. Wenn die Holzarbeiten nach dem Winter im Wald beendet sind, setzt er Elliot und Paula beim Grubbern zur Förderung von Naturverjüngung, zum Anlegen von Pflanzstreifen mit dem Forstpflug und bei Kutschfahrten ein. „Die verschiedenen Arbeiten halten die Pferde das ganze Jahr über in Form, lasten sie artgerecht aus und schützen sie vor muskulären Verletzungen bei der Rückearbeit“, betont Daniel Proske.
Die Premiere der tierischen Waldarbeiter hat in unmittelbarer Nähe zur Waldschule stattgefunden. Im Naturkino auf dem Walderlebnispfad lief ein besonderer Film, den die Kleinen der Kindertagesstätte Mummgarten im Rahmen der Umweltbildung sehen konnten. Elliot war der Star des Films, der rund um das Naturkino eifrig Holz rückte.
Besonders beeindruckt hat sie die ruhige und geduldige Art des Kaltbluts, das trittsicher und eifrig die Baumstämme rückt. Sie durften Elliot nicht nur zugucken, füttern und streicheln. Mit der Hilfe von Daniel Proske durften sie selbst die Zügel in die Hand nehmen und erleben, wie das große, schwere Kaltblut sanft und kraftvoll seine Arbeit im Wald verrichtet.