Spatenstich für „Heinz Sielmann Biotop an der Alten Niers“ „Nicht schlecht, Herr Specht!“

Mönchengladbach · 400 Meter Niers kommen raus aus Rohr und Beton: In Rheydt, schräg gegenüber dem Bresgespark, entsteht ein neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen und Erlebnisort für die Menschen. Für das „Heinz Sielmann Biotop an der Alten Niers“ ziehen Stadt, NEW, mags und Heinz Sielmann Stiftung an einem Strang.

Spatenstich für das „Heinz Sielmann Biotop an der Alten Niers“: (v.l.) Ideengeber Tobias Terwort und Hajo Siemes, NRW-Umweltminister Oliver Krischer, Dr. Fritz Brickwedde (Vorsitzender des Stiftungsrats Heinz-Sielmann-Stiftung), OB Felix Heinrichs, NEW-Vorstand Thomas Bley und mags-Vorstand Jens Hostenbach.

Foto: Andreas Baum

Der große Tierfilmer, Naturschützer und gebürtige Rheydter Heinz Sielmann hätte sich gefreut, da waren sich gestern alle einig. Genau ein Jahr nach der Auftaktveranstaltung war symbolischer Spatenstich für ein neues Kooperationsprojekt zwischen Stadt, NEW, mags und Heinz Sielmann Stiftung. Die Rohrleitungen, in die man vor mehr als einem halben Jahrhundert „mit guten Absichten“ die Niers unter die Erde geleitet hatte, seien in die Jahre gekommen, so Gilbert Jarosch, Objektplaner bei der NEW. An der Stelle seien die Naturschützer Tobias Terwort und Hajo Siemes mit der Idee ins Spiel gekommen, die Niers auf einer Teilstrecke wieder offen zu legen. Auf 420 Metern soll sie nun wieder über Tage fließen, mit einem Gefälle von 0,03 Prozent. Die jetzige „Gülle-Idylle“ drumherum werde durch eine von der Heinz Sielmann Stiftung gespendete Vegetationsfläche ersetzt. Ein Weg, Bänke und Infotafeln sollen das „Heinz Sielmann Biotop an der Alten Niers“ zum Naherholungsgebiet, Refugium für Tiere und Pflanzen, sowie lebendigen Klassenzimmer machen.

Zum Spatenstich war auch NRW-Umweltminister Oliver Krischer gekommen und hatte ein altes Taschenbuch aus seiner Jugend mitgebracht: „Das Jahr mit dem Specht“ von Heinz Sielmann, sein erstes für 2 Mark selbst gekauftes Buch. Er sei schon als Kind ein echter Sielmann-Fan gewesen, so der Umweltminister. „Dass ich weiß, dass ich hier gerade einen Buntspecht und eine Heckenbraunelle gehört habe, hat auch mit Heinz Sielmann zu tun“. Naturschutz, das sei nicht nur Grün mit ein paar Bäumen, sondern da gehe es um das gesamte Ökosystem. Oberbürgermeister Felix Heinrichs ließ sich die Vorlage des Umweltministers nicht nehmen und kalauerte „Nicht schlecht Herr Specht“ für das gelungene Projekt.

„Mit einem solchen Projekt wollen wir auch ein bisschen wieder gut machen, was wir der Natur angetan haben“, so Heinrichs. Dass die Renaturierung der Niers nicht nur ein Ökoprojekt sei, zeige die offengelegte Niers im Bresgespark. Bei Starkregen sei jetzt der Park voll und nicht die Keller der umliegenden Häuser.

Dr. Fritz Brickwedde, Vorsitzender des Stiftungsrates der Heinz Sielmann Stiftung betonte den Gedanken von Artenschutz und -vielfalt der Stiftung. „Wir wollen uns in NRW stärker engagieren und können auch mehr in Mönchengladbach machen“, so Brickwedde, „wir freuen uns sehr über das Projekt“. Als Eröffnungstermin wünschte er sich den 110. Geburtstag von Heinz Sielmann, den 2. Juni 2027.

Dass der oberirdische Bachlauf der Niers nicht nur der Schaffung eines Biotops, sondern auch der Entwässerung des Korschenbroicher Stadtgebietes und dem Schutz des auf Eichenpfählen gebauten Rheydter Schlosses diene, lag NEW-Vorstand Thomas Bley besonders am Herzen. „Durch seine günstige Lage wird dieser Ort ein weiteres grünes Klassenzimmer für unsere Umweltbildung, bei der wir Menschen jeden Alters und besonders junge Menschen für einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur sensibilisieren“, sagte mags-Vorstand Jens Hostenbach. „Hier haben wir bereits zwei Kurse für den Lebensraum Wasser konzipiert, in denen geforscht, analysiert und aufgezeigt wird, wie man ihn schützen kann.“

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