Mataré-Gymnasium Voller Einsatz für Europa

Büderich · Aus Anlass der bevorstehenden Europawahl, die in Deutschland am 9. Juni stattfindet, besuchte NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) in dieser Woche das Mataré-Gymnasium in Büderich. Bei dem Gymnasium handelt es sich um eine der Europaschulen des Landes.

 NRW-Schulministerin Dorothee Feller und Schulleiter Christian Dölls im Gespräch mit Mitgliedern der Botschafter-AG am Mataré-Gymnasium Meerbusch.

NRW-Schulministerin Dorothee Feller und Schulleiter Christian Dölls im Gespräch mit Mitgliedern der Botschafter-AG am Mataré-Gymnasium Meerbusch.

Foto: Thomas Hippel

Zum Auftakt wurde dem hohen Besuch erstmal ein Ständchen dargebracht. Mit „Africa“ von Toto und „Angels“ von Robbie Williams sorgten die Mataré Angels für einen stimmungsvollen Willkommensgruß, von dem sich die Ministerin sichtlich angetan zeigte. Das Lob für die Chöre der Schule, deren Mitglieder verschiedener Altersstufen die Schulbühne bis auf den letzten Platz ausfüllten, fiel dementsprechend euphorisch aus.

Im Anschluss führten Schulleiter Christian Dölls und Oliver Tauke, Koordinator des Bereichs Europaschule am Mataré-Gymnasium, Dorothee Feller durch die Schule und zeigten ihr verschiedene Projekte, in deren Rahmen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Europa auseinandergesetzt haben. Ein Wandbild und die Intention dahinter erklärten die beiden jungen Künstlerinnen dabei höchstselbst; für den Termin mit der Ministerin hatten sie sich extra eine kurze Auszeit von ihren Abiturvorbereitungen genommen. Auch ein buntes, die Vielfalt Europas zeigendes Wandgemälde im Treppenhaus des Gymnasiums – ein von Schülerinnen und Schülerin des Projektkurses „European Identities“ selbst ausgesuchtes Projekt – nahm Dorothee Feller in Augenschein und zeigte sich beeindruckt von der kreativen Schaffenskraft. Derartige künstlerische Auseinandersetzungen mit Europa, seien ideal, um den Status als Europaschule auch in der optischen Wahrnehmung erfahrbar zu machen, betonte Schulleiter Dölls.

Eindruck machte auf die Ministerin aber auch das Engagement, mit dem sich die jungen Menschen in den diversen Europa-AGs – sowohl schulintern als auch in der Öffentlichkeit – für den europäischen Gedanken stark machen. Im Europa-Café der Schule stellte die Botschafter-AG der Mittelstufe sich und ihre Arbeit vor. „Für viele ist die EU ganz weit weg. Das wollen wir ändern“, schilderte eine der Schülerinnen die ambitionierte Zielsetzung. Gemeinsam mit dem Q1 SoWi-Leistungskurses und dem Q1 SoWi-Grundkurs habe die Botschafter-AG erst im April eine Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener Parteien durchgeführt, an deren Anfang und Ende die Schülerinnen und Schüler abstimmen konnten: Welche Partei würde ich wählen, wenn morgen schon die Wahl wäre?

Aber auch außerhalb des Schulkosmos engagierten sich die „Botschafter“ schon. In Neuss haben sie kürzlich am Europatag Flyer verteilt, um die Menschen auf die Europawahl aufmerksam zu machen und sie zum Wählen zu animieren. „Das war schon auch eine Überwindung. Viele Leute haben zwar freundlich und offen reagiert, es gab aber immer auch welche, die aggressiv geworden sind“, berichteten die Schülerinnen und Schüler, die bald auch einen eigenen Instagram-Kanal an den Start bringen wollen. Besonders für den Schritt raus aus der Schule sprach die Ministerin den AG-Mitgliedern Respekt aus: „Damit zeigt ihr auch nach außen, dass euch Europa wichtig ist, und ihr stärkt das Bewusstsein in der Bevölkerung, dass es auch um eure Zukunft geht. Ich finde das toll.“

Gerade vor dem Hintergrund, dass bei der bevorstehenden Europawahl erstmals auch 16-Jährige wählen dürfen, ermutigte Feller die jungen Leute aber auch, ihre schulinterne Arbeit fortzusetzen: „Das Wahlrecht ist ein großes Privileg, um das uns andere Länder beneiden. Es nicht wahrzunehmen, ist ein Fehler. Werbt deshalb weiter dafür, auch bei euren wahlberechtigten Mitschülern, sich an der Wahl zu beteiligen. Das ist schließlich ihre Möglichkeit des Mitgestaltens.“

Nach einer persönlichen Danksagung an die Lehrkräfte des Mataré-Gymnasiums für ihren unermüdlichen Einsatz diskutierte die Ministerin noch mit dem Leistungskurs Sozialwissenschaften über die Europawahl. So war es für die Politikerin am Ende ein Tag voller Input, der mit Blick auf die Zukunft Europas sicher Mut gemacht haben dürfte.