Ausstellung „Umgenutzt – Umgedeutet? Notbehelfe der Nachkriegszeit“ Nachkriegszeit: Als aus dem Stahlhelm ein Küchensieb wurde

Kempen · Ein Hochzeitskleid, eine Puppe, ein Topf – auf den ersten Blick alltägliche Gegenstände, wie sie jede und jeder kennt. Wirft man einen zweiten Blick auf diese Objekte, zeigt sich: Der Stoff besteht aus Fallschirmseide, das Spielzeug wurde aus Lumpen gefertigt und das Kochgeschirr war einst ein Stahlhelm.

Ein Hochzeitskleid aus Fallschirmseide wird ebenfalls in der Ausstellung gezeigt.

Foto: Kulturamt Kempen

Aufgrund des Mangels, der bereits in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges spürbar war, entstanden sogenannte „Notbehelfe“: Gebrauchsgegenstände aus Rüstungsmaterialien. Werner Abresch, der 2024 verstorbene Weseler Dompfarrer, sammelte mehr als 2.000 solcher Gegenstände sowie die dazugehörigen Geschichten aus Kriegs- und Nachkriegszeit.

Foto: Haus der Geschichte NRW

Das Kulturforum Franziskanerkloster in Kempen, Burgstraße 19, zeigt bis zum 22. März 2026 eine Auswahl dieser Objekte und setzt sie mit historischen Fotografien aus Kempen in Beziehung. Die Ausstellung dokumentiert und erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und richtet den Fokus auf den Niederrhein und Kempen. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und den „Beldscheskiekern“ in Kempen.

Foto: Kulturamt Kempen

Am 22. Januar um 16.30 Uhr findet eine kostenlose öffentliche Führung durch die Wechselausstellung statt, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Kuratorin Ninon Noack führt den Rundgang, stellt ausgewählte Objekte vor und gibt Einblicke in ihre Herangehensweise bei der Konzeption. Um Anmeldung an der Kasse, per Mail an museum@kempen.de oder telefonisch unter 02152 917 4120 wird gebeten.

Haben auch Sie noch solche „Notbehelfe“ und Gegenstände aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit? Das Museum möchte die Sammlung zur Stadtgeschichte Kempens im 20. Jahrhundert erweitern und sucht nach Objekten mit einem regionalen Bezug. Die Objekte und die mit ihnen verbundenen Geschichten sollen so bewahrt werden und zum kollektiven Gedächtnis der Stadt beitragen.