Seit kurzem gehört die Immobilie im Herzen des Tönisvorster Stadtteils Nannette Slowick. „Wir freuen uns sehr, dass wir nun auf neuer Grundlage weiterhin für unsere Gäste da sein dürfen“, so die 52-Jährige auch im Namen ihrer Mutter Marija (76) und ihres Sohnes Ron (15), der schon im Betrieb mithilft. Nach mehrmonatigen Verhandlungen war der Verkauf zuletzt „reibungslos über die Bühne gegangen“, wie Martin Dahmen vom Kirchenvorstand berichtet. Zusammen mit Theo Kern hatte er in den vergangenen Jahren alle Entwicklungen rund um das zentrale Gebäude für die bisherige Eigentümerin, die Kirchengemeine St. Godehard, intensiv begleitet.
Auch wenn das Haus erst Mitte der 1980er-Jahre gebaut wurde, kann es schon auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. 1987 wurde es von der Stadt Tönisvorst als Begegnungsstätte in Betrieb genommen. 2002 kaufte dann die Kirchengemeinde auf Betreiben von Pfarrer Ludwig Kamm das Haus. „Das war einmalig im Bistum Aachen“, erinnert sich Dahmen. „Fortan war die Kirchengemeinde Betreiberin einer Gaststätte und eines Hotels.“ Der Hintergrund war, dass die ortsansässigen Gruppen und Vereine händeringend nach passenden Räumlichkeiten suchten. 2005 übergab die Gemeinde die Regie an Marija Slowick. Die neue Pächterin hatte zuvor den Rahserhof in Viersen geführt.
Ab 2013 war Familie Slowick auch für den Betrieb des großen Gemeindesaals hinter Haus Vorst verantwortlich. „Es gestaltete sich allerdings schwierig, eine Gaststätte und ein Hotel mit Veranstaltungsräumen für verschiedene Gruppierungen in Einklang zu bringen“, so Dahmen. Jahrelang wurde nach einer optimalen Lösung gesucht. Nach guten Gesprächen mit der evangelischen Gemeinde Anrath-Vorst kam es schließlich Anfang 2024 zu einem „Umzug“: Seither wird das Paul- Schneider-Haus an der Lutherstraße als Ökumenisches Gemeindehaus gemeinsam genutzt. Hier findet seitdem ein Großteil des kirchlichen Lebens in Vorst statt.
Natürlich nutzen unter anderem die Schützen und die Karnevalisten weiterhin gerne die Räumlichkeiten von Haus Vorst“, betont Nannette Slowick. Bis zu 300 Personen fasst der große Saal, in dem auch Hochzeiten und Geburtstage gefeiert und Tagungen veranstaltet werden. Hinzu kommen die beiden kleinen Säle und der große Gastraum mit 100 Sitzplätzen, in dem gutbürgerliche Küche serviert wird. Mit „Krimi-Dinnern“ und ähnlichen Events wenden sich die Slowicks auch an ein jüngeres Publikum. 15 Hotelzimmer runden das Angebot ab.
„Der Gemeinde war beim Verkauf wichtig, dass Haus Vorst als gesellschaftlicher Treffpunkt, als ,gute Stube' erhalten bleibt“, sagt Dahmen. „Nun liegt es an den Vorsterinnen und Vorstern, dieses Ziel durch Restaurantbesuche und Anmietungen von Räumlichkeiten langfristig zu unterstützen.“
Haus Vorst hat außer montags von 16 bis 20 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen durchgehend von 12 bis 21 Uhr.