Zwei Sekunden vor dem Ende traf Roby Haazen per Rückhandschlenzer zum umjubelten Siegtreffer – und verwandelte die Halle in ein Tollhaus.
Dabei hatte die Partie für den Phoenix denkbar schlecht begonnen. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als Nik Klassen die Gäste früh in Führung brachte. Grefrath wirkte verunsichert, fand offensiv keinen Rhythmus und leistete sich im Spielaufbau zu viele Fehler. Neuss nutzte das konsequent aus und erhöhte in der 12. Minute verdient auf 0:2. Erst kurz vor der ersten Pause gelang dem Phoenix ein wichtiger Wirkungstreffer: In der 19. Minute fälschte Marc Losert einen Schuss von der blauen Linie unhaltbar zum 1:2-Anschluss ab. Ein Tor, das spürbar neue Energie freisetzte.
Im zweiten Drittel arbeitete sich Grefrath zunehmend in die Partie. Das Team setzte das von Max Drücker gehütete Neusser Tor stärker unter Druck, musste jedoch auch brenzlige Situationen überstehen – darunter eine doppelte Unterzahl sowie eine fünfminütige Strafe gegen Max Parschill wegen Bandenchecks. Mit viel Einsatz und Leidenschaft hielt der Phoenix dagegen und blieb im Spiel.
Als Leon Jessler in der 46. Minute nach einem Neusser Konter zum 1:3 überwunden wurde, schien das Derby zugunsten der Gäste zu kippen. Die rund 100 mitgereisten Neusser Fans feierten bereits lautstark und stimmten „Wir bleiben drin und ihr steigt ab!“-Rufe an. Doch die Vorentscheidung blieb aus – und Grefrath schlug zurück.
Nur eine Minute nach dem dritten Gegentor verkürzte Interims-Kapitän Sven Schiefner auf 2:3. Angetrieben von einer nun frenetischen Kulisse entwickelte sich eine packende Schlussphase. Grefrath drängte auf den Ausgleich, während dem NEV zunehmend die Kräfte schwanden. In der 54. Minute war es schließlich Max Parschill, der nach Vorarbeit von Schiefner und Max Tillmann zum hochverdienten 3:3 einschob. Die Partie schien auf ein Remis hinauszulaufen – doch der dramatische Höhepunkt sollte noch folgen. Zwei Sekunden vor der Schlusssirene zog Roby Haazen aus kurzer Distanz per Rückhand ab und traf zum 4:3. Grenzenloser Jubel auf und neben dem Eis – ein Sieg des unbedingten Willens.
Trainer Christian Tebbe zeigte sich nach der Begegnung erleichtert und selbstkritisch: „Wir sind gar nicht gut ins Spiel gekommen. Ähnlich wie beim Spiel gegen Moers. Wir haben unsere Chancen vorne nicht verwandelt und waren auch in der Defensive nicht konsequent genug, wodurch Neuss schließlich die Tore geschossen hat.“ Gleichzeitig lobte er die Moral seines Teams: „Kampf und Leidenschaft haben wir besonders in Drittel zwei und drei aufs Eis gebracht. Mit einer klasse Unterstützung von den Fans und Kampf bis zur letzten Sekunde konnten wir dann schließlich doch verdient den Sieg einfahren.“ Es sei ein enges Duell mit vielen Ups und Downs gewesen, „wo es am Ende auf den Glauben und den Willen ankam“. Weiter geht es für die GEG am Sonntag, 8. März, wenn die Blau-Gelben zum Relegationsrunden-Abschluss um 18 Uhr bei den Black Tigers Moers zu Gast sind.