Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Einleitung des Gespräches mit dem Satz „Mama, rate mal, wer hier ist“ oder einfach nur „Mama, ich bin’s!“ - und schon haben die Betrüger über die Antwort oder Rückfrage des Opfers herausgefunden, wie der Sohn oder die Tochter heißt. Anschließend wird massiver Druck ausgeübt und das Opfer in Angst und Schrecken versetzt. Wenn es beim eigenen Kind um Leben und Tod oder beispielsweise um die Verhinderung einer Gefängnisstrafe geht, setzt das Denken aus - nicht nur bei älteren Menschen. Dennoch sind sie verstärkt den Gefahren solcher Anrufe ausgesetzt, weil sie gezielt angesprochen werden und vielleicht auch die technischen Möglichkeiten der Betrüger weniger nachvollziehen können als jüngere Menschen (zum Beispiel eine bestimmte Rufnummer wie 110 im Display erscheinen zu lassen).
Im aktuellen Fall schafften es Kriminelle, eine Seniorin aus Tönisvorst zu betrügen. In einem Anruf mit unterdrückter Nummer erklärte ein Mann, der sich als ihr Sohn ausgab, schwer erkrankt zu sein und nun ein Medikament zu benötigen, das es nur in den USA gebe. Daher benötige er einen mittleren fünfstelligen Betrag in bar. Jemand werde vorbeikommen und das Geld einsammeln. Tatsächlich klingelte ein unbekannter Mann an der Tür der Seniorin in der Sternstraße in St. Tönis. Sie übergab ihm einen Umschlag mit dem Bargeld.
Der Mann war korpulent, circa 50 Jahre alt, 170-175 cm groß und hatte einen braunen Bart. Die Polizei fragt: "Haben Sie am Freitag, 29. Mai, gegen 16 Uhr eine verdächtige Beobachtung gemacht? Dann melden Sie sich bitte unter Tel. 02162 377-0 beim Kriminalkommissariat 6." Die Polizei appelliert erneut: "Informieren Sie Ihre älteren Mitmenschen regelmäßig über Betrugsversuche. Geben Sie am Telefon keine persönlichen Informationen heraus und übergeben Sie niemals Bargeld an unbekannte Personen."