Die Kartons werden jetzt in der „Notapotheke der Welt“, wie action medeor auch genannt wird, mit dringend benötigten Medikamenten für die Ukraine befüllt. Den Kindern, die nur wenige hundert Meter Luftlinie von action medeor zur Schule gehen, ist das Hilfswerk durchaus bekannt. Laut der Lehrerin Katharina Mäcker kommt das nicht von ungefähr: „Es ist schon etwas Besonderes, dass so etwas Großes wie action medeor bei uns in Vorst zu finden ist. Deswegen sind wir mit unseren ersten bis vierten Klassen regelmäßig auch bei Veranstaltungen vor Ort, um ein Bewusstsein für die Arbeit von action medeor zu schaffen.“ Bereits zum zweiten Mal war action medeor in der Grundschule Vorst zu Gast und gab den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, Kartons für die Ukraine bemalen lassen.
Dass den Kindern die Schicksale der Menschen dort bewusst gemacht werden, sieht Lehrerin Mäcker als wichtig an - auch, weil Kinder mit ukrainischen Wurzeln in Vorst und im Umkreis zur Schule gehen. Genau hier setzt die Arbeit von Stephanie Wickerath, Referentin für regionale Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit bei action medeor, an. „Mit den Malaktionen wollen wir die Kinder über den Tellerrand hinausschauen lassen“, erläutert Wickerath. „Sie sollen spielerisch lernen, warum humanitäre Hilfe, wie sie action medeor leistet, überhaupt gebraucht wird.“ So sind die braunen Pappkartons, die Wickerath und ihr Team an die 21 Kinder der Klasse 3b austeilten, ein Symbol dafür, dass die Kinder in Deutschland Anteil am Schicksal der im Krieg lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer nehmen und ihren Alltag mit einem Gruß aus Tönisvorst in bunten Farben aufhellen wollen. „Wenn die Kartons ein bisschen bunter sind und nicht mehr so braun, freuen sich die Menschen in der Ukraine“, vermittelt es Wickerath den Kindern.
Und die ließen sich nicht zwei Mal bitten, griffen zu ihren Filzstiften und malten drauf los. Von Smileys über Herzen, Regenbögen und idyllischen Landschaften bis hin zu Medikamenten mit Gesichtern oder Äpfeln als Symbol für die Apfelstadt Tönisvorst: der Phantasie der Kinder waren keine Grenzen gesetzt. „Was heißt denn ‚Viele Grüße‘ auf Englisch?“, wollte eine Schülerin wissen. „Und was heißt ‚Gute Besserung‘?“, wandte sich die nächste an die Mitarbeiterinnen von action medeor, die die übersetzten Botschaften umgehend an die Tafel schrieben. Die herzlichen Grüße aus Tönisvorst, die die Kinder der Grundschule Vorst auf insgesamt 15 Kartons malten, werden demnächst in die Ukraine gesendet werden. Vorab werden sie im Lager der „Notapotheke der Welt“ in Tönisvorst mit Medikamenten und medizinischen Gütern gefüllt.
Das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk action medeor setzt sich als Notapotheke der Welt seit mehr als 60 Jahren für eine nachhaltige und bessere Gesundheitsversorgung der Menschen insbesondere in ärmeren Regionen ein. Hauptsitz des gemeinnützigen Vereins ist das niederrheinische Tönisvorst. Von hier aus werden jedes Jahr Gesundheitsstationen in circa 100 Ländern in Afrika, Lateinamerika und Asien mit medizinischer Hilfe versorgt. Im Not- und Katastrophenfall ist action medeor in der Lage, Arzneimittel, medizinisches Material und Instrumente in wenigen Stunden in das Katastrophengebiet zu schicken. Außerdem führt action medeor gemeinsam mit lokalen Partnern Gesundheitsprojekte in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Therapie durch. Im Rahmen seiner pharmazeutischen Fachberatung bildet action medeor Gesundheitspersonal aus, richtet Forschungslabore ein und unterstützt den Aufbau von lokalen Produktionsstätten für Medikamente. action medeor ist Mitglied bei Aktion Deutschland Hilft, dem Bündnis renommierter deutscher Hilfsorganisationen.