Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst im St. Annenhof in Kempen „Ein Jahr, das mehr verändert als gedacht“

Kempen · Immer mehr Schulabgänger nutzen die Zeit nach dem Abschluss, um praktische Erfahrungen zu sammeln, sich beruflich zu orientieren und persönlich weiterzuentwickeln.

Foto: St. Annenhof Kempen

Genau diesen Schritt haben auch Linus und Lasse gewagt. Beide absolvieren derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst im St. Annenhof in Kempen und würden sich jederzeit wieder dafür entscheiden. Mit 18 Jahren standen beide vor derselben Frage: Was kommt nach der Schule? Die Antwort fanden sie nicht in einem Hörsaal, sondern im Alltag der stationären Jugendhilfe. „Ich wusste, dass mich die Arbeit mit Kindern interessiert, war mir aber noch nicht sicher, ob das langfristig mein Weg ist", erzählt Linus. Der Freiwilligendienst gab ihm die Möglichkeit, genau das herauszufinden. Auch Lasse wollte zunächst praktische Erfahrungen sammeln. Heute ist er so überzeugt von seinem Weg, dass er nach seinem BFD im St. Annenhof ein duales Studium der Sozialen Arbeit beginnt.

Wer glaubt, ein Freiwilligendienst bestehe hauptsächlich aus Zuschauen, liegt weit daneben. Die Aufgaben sind vielfältig: Kinder von der Schule abholen, Hausaufgaben begleiten, Ausflüge, bei Terminen unterstützen, Fußball spielen, gemeinsam kochen oder einfach da sein, wenn jemand reden möchte. „Am meisten Spaß macht es mir, mit den Kindern und Jugendlichen etwas zu unternehmen", sagt Linus. Ob Fußball, Gesellschaftsspiele oder ein gemeinsamer Stadtbummel – die gemeinsamen Erlebnisse prägen den Alltag.

Für Lasse gehören auch größere Ausflüge zu den Highlights. Stadionbesuche, Lasertag oder die Krefelder Pinguine bleiben ihm besonders in Erinnerung. Vor allem aber die Begegnungen mit den Kindern. Beide berichten, dass sie während ihres Freiwilligendienstes nicht nur fachlich, sondern vor allem persönlich gewachsen seien. Lasse meint, er habe gelernt, noch geduldiger und belastbarer zu sein, als er selbst gedacht hätte. Gleichzeitig schätzt er viele Dinge des Alltags heute bewusster.

Linus beschreibt sein Jahr als „abwechslungsreich, lehrreich und unvergesslich". Besonders beeindruckt hat ihn die Gemeinschaft in den Wohngruppen und die ehrliche Freude der Kinder über gemeinsame Erfolge. Der Einstieg in einen neuen Bereich kann Respekt einflößen. Beide Freiwillige hatten vor ihrem ersten Tag die Sorge, nicht richtig anzukommen oder von den Kindern nicht akzeptiert zu werden. Diese Bedenken verschwanden jedoch schnell.

„Ich wurde direkt ins Team aufgenommen und konnte sofort mithelfen", berichtet Linus. Lasse beschreibt das Team sogar als „fantastisch" und betont, dass er sich vom ersten Tag an ernst genommen fühlte. Muss man besonders erfahren sein? Nein, sagen beide ganz klar. Wichtiger seien Offenheit, Interesse an Menschen, Geduld und die Bereitschaft, Neues zu lernen. Ihr gemeinsamer Rat an alle, die noch unsicher sind: „Traut euch. Probiert es aus. Kein Tag ist wie der andere. Ihr sammelt Erfahrungen, die euch ein Leben lang begleiten werden.“ Denn manchmal findet man seinen beruflichen Weg genau dort, wo man eigentlich nur ein Jahr überbrücken wollte.

Der St. Annenhof bietet jungen Menschen die Möglichkeit, im Rahmen eines FSJ oder BFD wertvolle Erfahrungen in der stationären Jugendhilfe zu sammeln: „Wer Verantwortung übernehmen, Menschen begleiten und gleichzeitig viel über sich selbst lernen möchte, findet hier einen Ort, an dem Entwicklung wirklich möglich ist. Weitere Informationen zum Bewerbungsprozess sind auf der Seite www.st-annenhof.sucht-sie.de zu finden. Besucht auch gerne unseren Instagram-Account st.annenhof.“