Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Kempen setzt auf Azubis aus aller Welt Paten und Wohnraum für angehende Pflegekräfte gesucht

Kempen · Die Kempener Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Kempen beschäftigt künftig verstärkt Pflegekräfte aus dem Ausland. „Viele dieser Kolleginnen und Kollegen verlassen ihre Heimat, um in Deutschland eine neue berufliche und persönliche Zukunft aufzubauen“, berichtet Stiftungs-Vorsitzender Jürgen Brockmeyer.

Die internationalen Pflegekräfte - hier eine Gruppe Auszubildender aus Indien im St. Peter-Stift - sind hoch motiviert und freuen sich über jeden Kontakt zu Menschen, die ihnen das Leben in Deutschland bzw. am Niederrhein näher bringen.

Foto: Axel Küppers

Die Stiftung ist Träger der beiden Kempener Altenpflegeheime Von-Broichhausen-Stift und St. Peter-Stift. Für eine fürsorgliche Pflege und Betreuung der anvertrauten rund 200 Bewohnerinnen und Bewohner beschäftigt die Stiftung rund 250 Mitarbeitende - Tendenz steigend mit Blick auf die absehbare Fertigstellung des Von-Broichhausen-Ensembles in Kempen-West. Die ausländischen Arbeitskräfte werden bei der Stiftung etwa als Pflegefachkraft, Pflegefachassistentin oder als Auszubildende eingesetzt.

Für die angehenden Pflegekräfte aus Indien ist der Besuch auf einem Weihnachtsmarkt ein ganz besonderes Erlebnis.

Foto: Axel Küppers

„Damit die internationalen Arbeitskräfte bei uns in Kempen wirklich ankommen können, suchen wir ehrenamtliche Patinnen und Paten, die sie in den ersten Monaten begleiten und unterstützen“, sagt Jürgen Brockmeyer. Im Blick sei vor allem die Integration im Alltag dieser Menschen aus Indien, Marokko, Ägypten oder anderen Gegenden der Welt. Jürgen Brockmeyer und der Stiftung geht es einerseits um die ankommenden Pflegekräfte, andererseits um das gemeinsame Ziel, auch künftig eine stabile Pflege in Kempen gewährleisten zu können: „Wer sich willkommen fühlt, bleibt eher und wird schneller Teil unseres Teams und unserer Gesellschaft.“

Mit dem Aufruf „Paten gesucht“ verbindet die Stiftung den Appell an Immobilienbesitzer, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die Wohnungen sollten auch für eine 2er oder 3er-WG geeignet sein. „Wir garantieren für eine umfangreiche Betreuung der Wohnungen“, betont Jürgen Brockmeyer.

Praxisanleiter Jörg Jeske setzt sich selbst an die Aufstehhilfe, um den indischen Auszubildenden im St. Peter-Stift die Funktion dieses Pflegegeräts zu demonstrieren.

Foto: Axel Küppers

Aufgabe der Paten ist es beispielsweise, den ankommenden Menschen zu helfen, sich im Ort zurecht zu finden, zu Behörden oder Banken zu begleiten, Briefe und Formulare zu verstehen und an die hiesige Kultur und das Miteinander heranzuführen. Jürgen Brockmeyer: „Das geht bis hin zum gemeinsamen Besuch eines Weihnachts- oder Martinsmarktes, Basteln für Ostern oder das Erntedankfest sowie Heranführen an einen Verein, einen Chor oder eine sonstige Gemeinschaft.“

Jürgen Brockmeyer, Vorsitzender der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Kempen

Foto: Axel Küppers

Wie komme ich zur Arbeit? Wer repariert mein Rad? Wie funktioniert die Anmeldung im Rathaus? Wo kann ich günstig Lebensmittel einkaufen? In welchem Fußballclub darf ich mitkicken? Wo komme ich am ehesten mit den Niederrheinern ins Gespräch? Das sind weitere Aspekte, die die Paten im Blick haben und fördern sollten. Jürgen Brockmeyer betont, dass die Freiwilligen dafür nicht extra ausgebildet sein müssen. „Wichtig ist vor allem: Zeit, Offenheit und Herz.“ Geduld, Verständnis und die Freude daran, jemandem den Start zu erleichtern, sind elementar.

Eine Patenschaft funktioniere auch nicht nach Stundenplan, sondern lebe von der Spontaneität und Flexibilität - ob das ein Treffen einmal in der Woche ist, eine gelegentliche Unterstützung oder ein gemeinsamer Besuch ins Museum, ins Stadion, auf den Jahrmarkt oder in den Zoo.

An einem zweiten großen Thema für die Integration der internationalen Pflegekräfte arbeitet die Stiftung bereits seit Monaten intensiv. So brauchen die ankommenden Menschen nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch ein Dach über den Kopf. „Bezahlbarer Wohnraum ist für diese Menschen quasi nicht vorhanden. Deshalb haben wir uns selbst auf die Hinterbeine gesetzt“, beschreibt Jürgen Brockmeyer die Situation am hiesigen Wohnmarkt. „Wir bieten WG-Zimmer für Mitarbeitende an oder sind gerne bei der Wohnungssuche behilflich.“

Wer an einer ehrenamtlichen Tätigkeit als Pate interessiert ist oder bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen kann, meldet sich direkt beim Vorstands-Vorsitzenden Jürgen Brockmeyer, Tel. 02152 2014550 oder info@stiftung-kempen.de .