Es war ein schöner Samstagabend, den Tobias Jürgens am Muttertags-Wochenende mit seinen Eltern und seinem kleinen Sohn im Garten verbrachte. Es wurde gegrillt, viel gelacht und geredet. Doch als der 39-Jährige in der Nacht plötzlich starke Bauchschmerzen bekam, ahnte er sofort, dass das keine normale Magenverstimmung war. „Die Schmerzen wurden immer schlimmer“, erinnert sich der 39-Jährige ehemalige Rettungsassistent. Seine Mutter fuhr ihn in den frühen Morgenstunden zur Notaufnahme des St. Irmgardis-Krankenhauses Süchteln. Ein zeitnah durchgeführter Ultraschall erhärtete den Verdacht, eine anschließende Computertomographie (CT) bestätigte die Diagnose: Bei Tobias Jürgens wurde eine akute Blinddarmentzündung festgestellt. Die meisten Blinddarmentzündungen treten zwar im Kindes- und Jugendalter auf, können aber grundsätzlich in jeder Altersgruppe vorkommen. Dabei verlaufen sie nicht immer nach dem klassischen Muster mit Schmerzen im rechten Unterbauch. „Häufig beginnen die Beschwerden unspezifisch im Oberbauch und verlagern sich erst später in den Unterbauch. Es kann vorkommen, dass eine Blinddarmentzündung deshalb fälschlicherweise als Gastritis – also als Entzündung der Magenschleimhaut – diagnostiziert wird und die Betroffenen nach Hause geschickt werden“, erläutert Dr. med. Ulrich Bauser, Chefarzt der Inneren Medizin. Bei unklaren Bauchschmerzen ist daher eine schnelle und präzise Diagnostik entscheidend.
Dank der engen Abstimmung zwischen den Fachbereichen Innere Medizin und Allgemein- und Viszeralchirurgie im interdisziplinären Bauchzentrum des St. Irmgardis-Krankenhauses Süchteln konnte unmittelbar nach der Diagnose das chirurgische Team hinzugezogen werden. Dr. med. Christiane Ender-Sperling, Oberärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie, übernahm die operative Versorgung. „Aufgrund der unspezifischen Beschwerden ist die Blinddarmentzündung das Chamäleon unter den Baucherkrankungen“, erklärt die Chirurgin und ergänzt: „Die Zusammenarbeit der Fachabteilungen im interdisziplinären Bauchzentrum gehört für uns zum Alltag. So konnten wir Tobias Jürgens ohne Zeitverlust optimal behandeln.“
Nach der Diagnose wurde der Patient direkt in den OP gebracht. „Inzwischen hatte ich so starke Schmerzen, dass ich einfach nur froh war, dass die Ursache feststand“, erinnert er sich. Die OP erfolgte minimalinvasiv in sogenannter Schlüssellochtechnik über einen kleinen Hautschnitt in der Leistengegend. Diese Methode führt in der Regel zu weniger Schmerzen, einem geringeren Infektionsrisiko und einer schnelleren Erholung. Auch bei Tobias Jürgens verlief die OP komplikationslos, trotz fortgeschrittener Entzündung. Bereits am Tag nach der OP konnte er selbstständig duschen, wenige Tage später wurde er aus dem Krankenhaus entlassen.
Heute blickt er zufrieden auf die schnelle und koordinierte Hilfe zurück: „Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt und hatte das Gefühl, dass alle Hand in Hand arbeiteten. Das hat mir Sicherheit gegeben.“ Chefarzt Dr. med. Bauser betont: „Unsere Erfahrung zeigt, dass die enge Kooperation zwischen den Fachabteilungen die Behandlungsqualität deutlich verbessert.“ Und Oberärztin Dr. med. Ender-Sperling ergänzt: „Gerade bei Notfällen wie einer akuten Blinddarmentzündung zählt jede Minute. Dank kurzer Wege und vertrauensvoller Zusammenarbeit können wir schnell reagieren und unsere Patientinnen und Patienten bestmöglich versorgen.“