Digitalisiert, vollelektrisch und interkommunal NEW plant neuen Betriebshof

Mönchengladbach · Die NEW hat das Gelände der ehemaligen Niederrheinkaserne von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übernommen. Geplant ist der Bau eines komplett neuen Betriebshofs – des NEW e-motion hub.

Gemeinsam machen sie sich stark für einen nachhaltigen ÖPNV am Niederrhein: (v.l.) Wolfgang Opdenbusch (Geschäftsführer NEW mobil und aktiv), Thomas Bley (Vorstand NEW), Oberbürgermeister Felix Heinrichs, Bürgermeister von Viersen Christoph Hopp und Frank Kindervatter (Vorstand NEW).

Foto: NEW/Felix Küster

Der neue Betriebshof hat Platz für rund 260 vollelektrische Busse, Innovationsflächen und zukunftsfähige Infrastruktur. Das Gesamtgrundstück beläuft sich auf 96 200 Quadratmeter, zirka 20 Prozent sollen als natürlicher Lebensraum erhalten bleiben. Das Investitionsvolumen wird auf etwa 284,6 Millionen Euro geschätzt.

Die NEW setzt einen wichtigen Impuls für die nachhaltige Mobilität in der Region: Auf dem Gelände der ehemaligen Niederrheinkaserne soll der neue, digitalisierte, emissionsfreie und interkommunale NEW e-motion hub entstehen. Dieser stellt den beiden eigenständigen Verkehrsunternehmen – NEW mobil und aktiv Mönchengladbach und NEW mobil und aktiv Viersen – eine gebündelte Infrastruktur am neuen Standort zur Verfügung. „Mit dem neuen Busbetriebshof wollen wir ein starkes Zeichen für die Mobilitätswende setzen. Es soll nicht nur Raum für moderne Technik, sondern auch für eine nachhaltige Zukunft geschaffen werden“, fasst NEW-Vorstand Thomas Bley zusammen. „Ein leistungsfähiger und umweltfreundlicher ÖPNV ist der Motor, der Menschen verbindet und Städte lebenswert macht. Damit unterstützen wir die Nachhaltigkeitsziele von Mönchengladbach und Viersen und zeigen: Mobilität kann klimafreundlich, effizient und zukunftssicher sein.“

Für den neuen NEW e-motion hub, der künftig rund 260 Elektrobusse auf einer Fläche vereinen soll, sind rund 284,6 Millionen Euro geplant. Einfließen in die Finanzierung sollen Fördermittel, die die NEW in diesem Jahr beantragen wird.

Auf dem Grundstück sollen Busports zur Abstellung und elektrischen Ladung der Busflotte, eine Werkstatt und ein Verwaltungsgebäude mit Parkhaus und Sozialräumen für alle Beschäftigten errichtet werden. Das eröffnet im Gegenzug zu den bisherigen Standorten den Einsatz neuester Technik und eine nachhaltige Bauweise. Ergänzt werden soll die Infrastruktur durch Innovationsflächen, die beispielsweise für Batteriespeicher oder alternative Antriebstechnologien genutzt werden können. „Durch die Zusammenlegung der derzeit getrennten Standorte erwarten wir spürbare Synergien im Fahrbetrieb, in der Verwaltung und in der Werkstattorganisation“, sagt Wolfgang Opdenbusch, Geschäftsführer der NEW mobil und aktiv. „Gleichzeitig würde der neue NEW e-motion hub die Voraussetzung schaffen, die gesamte Busflotte bis 2030 auf Elektromobilität umzustellen und nachhaltig und wirtschaftlich zu betreiben.“ Während der gesamten Bauphase würden die bisherigen Einzelstandorte der NEW in Mönchengladbach und Viersen im Einsatz bleiben.
Die Niederrheinkaserne bietet für das Vorhaben ideale Voraussetzungen. Das Areal an der Stadtgrenze beider Städte vereint ausreichend Fläche, eine strategisch günstige Lage mit optimaler Verkehrsanbindung und das Potenzial, ein bisher ungenutztes ehemaliges Militärgelände sinnvoll weiterzuentwickeln.

„Für einen nachhaltigen Busverkehr in Mönchengladbach haben wir viele Hebel in Bewegung gesetzt und ziehen an einem Strang. Das Engagement hat sich gelohnt. Denn der neue Busbetriebshof der NEW ist eine Investition in die Zukunft der Mobilität und trägt zu einem klimaneutralen Nahverkehr bei. Gleichzeitig ermöglicht er, dass eine lange leerstehende, ehemalige Militärfläche wieder sinnvoll genutzt wird“, sagt Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach Felix Heinrichs.

„Der Neubau ist ein starkes Gemeinschaftsprojekt – für alle, die täglich mit Bus und Bahn unterwegs sind. Er steht für einen ÖPNV, der zukunftsorientiert und klimafreundlich ist. Mönchengladbach und Viersen zeigen, was möglich ist, wenn Kommunen zusammen anpacken“, sagt Viersens Bürgermeister Christoph Hopp.

In diesem Jahr (2026) geht es vor allem um vorbereitende und planerische Aufgaben, die umgesetzt werden müssen. Dazu gehören in erster Linie die Vorbereitung von Förderanträgen und die Vergabe von Planungsleistungen. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der umfangreichen Planung der Gebäude sowie des weitläufigen Geländes und der Schaffung der baurechtlichen Voraussetzungen. Ebenso werden ökologische Ausgleichsmaßnahmen angestoßen. Der Abriss der Gebäude auf dem Gelände soll im vierten Quartal 2026 beginnen, die eigentlichen Bauarbeiten in 2028. Die Projektlaufzeit ist auf fünf Jahre angelegt. Bis zum Beginn der Arbeiten hat die NEW geeignete Maßnahmen zur Sicherung des Geländes getroffen.

Die Stadt Mönchengladbach hat derweil die vorhabenbezogene Bauleitplanung für das Projekt eingeleitet und stellt am 10. Februar im Ausschuss für Planung, Bauen und Stadtentwicklung den Vorentwurf für den Bebauungsplan Nr. 812/N vor.

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