Die Greifvögel und Eulen, die bei Daniela Boden-Bitzer landen, haben Glück im Unglück: Sie sind über Polizei, Feuerwehr, Tierärzte oder manchmal auch privat in ihr Greifvogel-Pflegezentrum Avis Cura gelangt und werden liebevoll gepflegt und wieder aufgepäppelt. Wer hier Aufnahme findet, ist verletzt, verwaist, krank oder aus dem Nest gefallen und könnte alleine nicht überleben. „Wir leben von der Natur und meine Arbeit ist mein persönlicher Weg, der Natur etwas zurückzugeben“, sagt die Falknerin, die seit rund vier Jahren 25 bis 40 gefiederten Patienten im Jahr wieder auf die Beine und in die Lüfte hilft. Trotz aller Freude ist die Arbeit und Finanzierung der Auffangstation ohne Hilfe aber nicht mehr zu stemmen. Deshalb hat Daniela Boden-Bitzer gerade einen Verein gegründet, der bislang sieben Mitglieder hat. Sie hofft nun auf Geld- und Sachspenden, neue Mitglieder und Interessierte, die ab und zu mit anpacken.
Wenn Steinkauz, Uhu, Turmfalke und Fischadler wieder fit sind, macht die Falknerin einfach die Voliere auf und sie fliegen davon. „Das ist ein tolles Gefühl“, sagt sie, und die Belohnung für so viel Mühe. Manche ihrer „Pflegekinder“ kommen dann noch hin und wieder vorbei, wissen, dass es bei ihr immer noch was zu holen gibt, wenn der Jagderfolg sich nicht sofort einstellt. „Kurzzeit-Patienten bringen wir auch schon mal in ihre Reviere zurück. Nach längerer Abwesenheit geht das aber nicht, weil die Reviere meistens sehr schnell wieder neu besetzt sind“.
Daniela Boden-Bitzer liebt Greifvögel. „Sie haben unverwechselbare Charaktere und wenn sie schlecht gelaunt sind, ist nichts zu machen“. Was manchmal niedlich und mitunter bei Vorführungen einfach aussieht, erfordert eine Menge Know-how, Erfahrung und Jagd-, sowie Falkner-Jagdschein. Ohne diese Voraussetzung ist die Arbeit und Haltung von Eulen und Greifvögeln in Deutschland nicht erlaubt. Nicht selten ist schlechte oder unsachgemäße Haltung sogar die Wurzel allen Übels ihrer Schützlinge – verwachsene Flügel, Schwänze, Schnäbel inbegriffen.