Nach vielen Verzögerungen - Ende April ist es soweit Bettrather Brücke wird abgerissen

Mönchengladbach · Nun ist es soweit: die Bettrather Brücke wird abgerissen. Ab Ende April muss die Hermann-Piecq-Anlage (B57) für voraussichtlich drei Wochen gesperrt werden.

Für den Autoverkehr war die Brücke Bettrather Straße schon lange gesperrt, seit fast einem Jahr auch für Fußgänger und Radfahrer. Nun soll sie endlich abgerissen und der Bau der neuen reinen Fußgänger- und Radfahrerbrücke vorangetrieben werden.

Foto: Petra Käding

Seit rund 130 Jahren überspannt die Bettrather Straße mit einer bogenförmigen Brücke die Hermann-Piecq-Anlage. Inzwischen ist das Bauwerk am Ende seines Lebenszyklus angekommen. Nachdem die Brücke aus statischen Gründen bereits seit mehreren Jahren für den Autoverkehr gesperrt ist, wird sie nun als reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke neugebaut.

Ab Montag, 27. April, wird dafür die alte Brücke zurückgebaut. Der Bereich rund um das Bauwerk, aber auch die darunter verlaufende Hermann-Piecq-Anlage (B57), müssen für rund drei Wochen vollständig gesperrt werden.

Die Sperrung betrifft den Bereich zwischen der Mozartstraße im Osten und der Rampe zur Viersener Straße im Westen. Die Zufahrt zur Rampe und damit auch zur Innenstadt aus westlicher Richtung bleibt während der gesamten Sperrung möglich. Verkehrsteilnehmer, die auf der Durchfahrt sind, werden über die Strecke Bismarckstraße – Rathenaustraße – Fliethstraße –Speicker-Straße und Hittastraße umgeleitet. Alle Umleitungen sind ausgeschildert.

Damit der Abriss ohne Schäden an Gebäuden und Straßen gelingt, wird zunächst ein Schutzpolster aus Recyclingmaterial aufgebracht. Es ist im Schnitt etwa vier Meter stark und liegt unter der bestehenden Gewölbebrücke. Danach beginnt der Rückbau. Zuerst werden die Fahrbahnplatte, die Stahlkonstruktion und die Stahlbetonbalken entfernt. Es folgt der etappenweise Abbruch des Mauerwerksgewölbes. Die Materialien werden noch vor Ort getrennt und abtransportiert. Zum Einsatz kommen zwei 30-Tonnen-Bagger. Während der Arbeiten messen Fachleute die Erschütterungen. Werden Grenzwerte überschritten, kommt alternativ eine Felsfräse zum Einsatz.

Die vorbereitenden Arbeiten für den Brückenneubau haben bereits letztes Jahr begonnen. Bevor die alte Brücke zurückgebaut werden konnte, mussten die Böschungen aufwändig gesichert, Grubenverbaue hergestellt und Kampfmittelsondierungen durchgeführt werden. Auch die Tiefengründung für die neue Brücke ist bereits erfolgt. Dafür wurden insgesamt 48 Mikropfähle durch die Fundamente der alten Brücke gebohrt und mit Beton verfüllt.

Die neue Brücke wird als 52 Meter langes Stahlbauwerk die gesamte Hermann-Piecq-Anlage überspannen. Ihre Fertigstellung ist derzeit für Anfang 2027 vorgesehen. Die Kosten von aktuell 8,14 Mio. Euro werden zu 100 Prozent durch eine Förderung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) bezuschusst.