Die Ausstellungsreihe „Kunst im Rathaus“ geht in die nächste Runde. Im Ratssaal, im Besprechungsraum sowie im Bürotrakt des Oberbürgermeisters Felix Heinrichs werden Arbeiten der drei c/o-Künstler Wolfgang Hahn, Rudolf Weiher und Eva Weinert präsentiert.
Die Ausstellung lädt dazu ein, die sonst nicht öffentlich zugänglichen Räume des Rathauses zu entdecken, mit Kunstschaffenden ins Gespräch zu kommen und neue Perspektiven auf zeitgenössische Kunst zu gewinnen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Wolfgang Hahn (geb. 1953 in Anrath) studierte von 1973 bis 1982 in Aachen, Kassel, Cambridge und Massachusetts, unter anderem bei Joachim Bandau, Harry Kramer und Otto Piene. Er ist Mitglied im Internationalen Künstlergremium, im Werkbund NRW sowie bei Mischpoke e. V. Seine Arbeiten folgen einer klaren formalen Reduktion, geprägt von Einfachheit und der Freiheit des Weglassens. In seriellen Anordnungen und subtilen Variationen untersucht Hahn die Möglichkeiten von Form, Material und Raum. Ausgangspunkt sind bewusst gewählte einfache Materialien, standardisierte Formate und reduzierte Farbigkeit, innerhalb derer er ein vielschichtiges Spiel von Differenzen entwickelt.
Eva Weinert (geb. 1965 in Darmstadt) studierte Freie Grafik bei Franz Eggenschwiler sowie Bildhauerei bei David Rabinowitch an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie auch Meisterschülerin war. Ihre künstlerische Praxis verbindet grafische und plastische Arbeiten, die sich unmittelbar auf den jeweiligen Raum beziehen. Weinert war unter anderem Lehrbeauftragte in Siegen und Saarbrücken sowie langjährige Dozentin für Druckgrafik an der Universität Paderborn. Ihre Werke wurden international ausgestellt und sind in öffentlichen sowie privaten Sammlungen vertreten. Für den kleinen Besprechungsraum entwickelt sie eine spezifische Hängung, in der unterschiedliche Formen und Materialien miteinander in Dialog treten.
Rudolf Weiher (1941–2024) wurde in Koblenz geboren und lebte seit 1986 als freischaffender Künstler in Mönchengladbach. Er studierte in den 1960er-Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf, unter anderem bei Joseph Beuys, und entwickelte früh eine eigenständige malerische Position. Weiher zeigte seine Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, unter anderem in Paris, London, Berlin, Frankfurt und Dortmund. Im Zentrum seines Werkes stand die Malerei, die er als „Evokation“ verstand – als einen Prozess, der beim Betrachter Erinnerungen und Assoziationen hervorruft. Seine meist mittel- bis großformatigen Arbeiten sind geprägt von reduzierten Formen, Zeichen und ruhigen, oft erdigen Farbtönen. Seine künstlerische Praxis war stets von einer intensiven Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Erinnerung und inneren Bildwelten geprägt. Sein Teil der Ausstellung wird in Kooperation mit dem Verein ARNO kuratiert, der sich für die Sichtbarkeit und Dokumentation von Kunst aus Mönchengladbach und der Region einsetzt.