Die Vernissage findet am Freitag, 20. Februar, um 18 Uhr statt – mit einer Einführungsrede von Dr. Hermann Ühlein. Er ist Germanist und Theologe und einigen vielleicht auch als Schriftsteller bekannt. Auch der Weltladen Osterath ist wieder mit seinen fairen Waren im Foyer vertreten.
Wenn man auf die Passions- und Osterzeit blickt, wird schnell klar, es geht um Leiden, Tod und Hoffnung. Letztere wird mit der christlichen Vorstellung der Auferstehung nachdrücklich formuliert. Leiden und Tod verdrängen wir eher, obwohl uns beides doch immer wieder angeht. Nun, genau das ist die zentrale Aussage des Christentums: Selbst der menschgewordene Gott „kommt nicht drumherum“.
Die Künstlerin Michaela Düllberg betont die Passionszeit als Zeit des Übergangs. Um „Aufbruch, Transformation, Übergang zwischen Verlust und Neuanfang“ deutlich zu machen, hat sie sich für das Symbol des Boots entschieden: Sie sieht es als archaischen Ort, als unsicheren Raum, in dem der Mensch „zwischen Aufbruch und Ausgesetztsein, zwischen Raum und Zeit“ Vertrauen entwickeln muss: Gottvertrauen. Es gibt ein passendes Sprichwort, das besagt, dass man auf hoher See in Gottes Hand sei. Entsprechend fragil und reduziert auf das Wesentliche sind Düllbergs Menschen; auch hier die Betonung des Dazwischen – Leben als Prozess zwischen Geburt und Tod.
Michaela Düllberg möchte mit ihren Arbeiten einen „stillen Resonanzraum“ schaffen. In dem eben auch die österliche Hoffnung aufkeimt: wenn sich das Gefühl von Verlassenheit, der Trennung von Gott – von der übrigens ja auch Jesus spricht, mit dem bekannten Ausruf „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ – umwandeln lässt in die Sicht, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist.
Der Aspekt des Übergangs spielt auch in Düllbergs künstlerischer Arbeitsweise eine entscheidende Rolle: Angesiedelt zwischen Malerei und Zeichnung, mit „Spuren, Linien und Überlagerungen“ betont die Künstlerin das Prozesshafte des Lebendigen. Der Mensch ist fähig, Zeit zu empfinden, sich zu erinnern und „innere Landschaften“ und Räume zu schaffen. Genau diese Befähigungen sind es, die das Empfinden von Hoffnung zulassen; die Aussage von Joseph Beuys „Jeder Mensch ist ein Künstler“ ist also auch hier angebracht.
Michaela Düllberg, geboren 1963, lebt und arbeitet in Dortmund. Ihre Werke befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen und wurden vielfach in Ausstellungen präsentiert, etwa in der St. Nicolai-Kirche in Dortmund und in zahlreichen Galerien.
Die Ausstellung in der Evangelischen Kirche, Alte Poststraße 15 in Osterath, geht bis zum 12. April und ist mittwochs bis freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Eine Besichtigung ist auch nach Vereinbarung unter 0175 52 180 83 möglich.